Erstes Todesopfer

Oberösterreich stöhnt unter der ¿weißen Hölle¿

Oberösterreich
10.02.2006 10:00
Die Oberösterreicher stöhnen unter der „weißen Hölle“. Tausende Helfer schaufeln bis zur Erschöpfung meterhohen Schnee von den Dächern. Die Arbeiten forderten das erste Todesopfer: In Julbach wurde ein Pensionist von einer Dachlawine mitgerissen und darunter begraben. Gefährdete Betriebe mussten vorübergehend schließen, ebenso wurden öffentliche Gebäude gesperrt. Die massiven Niederschläge dauern an.

588 Soldaten unterstützen in Oberösterreich mehr als eintausend Feuerwehrleute, die sich teilweise Urlaub nahmen, beim Schneeschaufeln. In Kopfing im Bezirk Ried, wo das Dach der Volksschule unter der Schneelast einstürzte, wurde die Situation noch kritischer, wie Bürgermeister Otto Straßl berichtet: „Über Nacht hat es weitere 30 Zentimeter geschneit!“

Das erste Todesopfer beim Schneeräumen
In Julbach forderten die Schneeräumarbeiten das erste Todesopfer: Der 69-jährige Rupert R. schaufelte Schnee vom Dach seines Einfamilienhauses, als sich eine 30 Zentimeter hohe Schneeplatte löste und den Mann in die Tiefe riss. Er fiel in den fast meterhohen Schnee, die Massen vom Dach begruben ihn unter sich. Als der Rupert R. von seiner Frau gefunden wurde, war er bereits erstickt.

Schnee bis 1,8 Meter hoch
In Bad Ischl wurde sicherheitshalber das Dach des Landeskrankenhauses von den Schneemassen befreit. In Windischgarsten und Spital/Pyhrn schaufelten Feuerwehrler und Soldaten bis zu 1,8 Meter hohen Schnee von den Dächern öffentlicher Gebäude. In St. Agatha retteten Feuerwehrleute ein Autohaus, einen Kaufladen und die Hauptschule vor tonnenschwerer „weißer Pracht“, ebenso in Lichtenberg den Nah & Frisch-Markt.

In St. Willibald musste der Schaumrollenkönig den Betrieb einstellen: „Auf unserer 10.000 Quadratmeter großen Halle liegt bis zu einem Meter Schnee - wir schickten Mitarbeiter heim. Das bedeutet einen Verlust von 200.000 Schaumrollen täglich“, hofft Waltraud Guschlbauer, den Betrieb heute wieder aufnehmen zu können. Doch die Niederschläge gehen massiv weiter. Deshalb tagte im Bezirk Rohrbach schon der Katastrophenstab.

Spiegelglatte Straßen
Donnerstag Abend stürzte in Vöcklamarkt eine Tischlerei ein: keine Verletzten. Im Mühlviertel und in Linz brach der Verkehr zusammen: Haselgraben gesperrt, Buslinien stellten den Betrieb ein. Viele Straßen waren spiegelglatt.

 

 

Foto: Jack Hajes

 

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