Mesnerin von Reideben

„Solange Gott will, mache ich auch weiter!“

Kärnten
10.08.2026 09:01

Seit 42 Jahren kümmert sich Carla Hollauf (70) aus St. Stefan um die Filialkirche Reideben bei Wolfsberg, die etwas versteckt neben dem altehrwürdigen Schloss im Lavanttal steht.

Das historische Renaissanceschloss am Westhang des Hartelsberges behütet quasi die Filialkirche Reideben, die 1313 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Dort trifft die „Kärntner Krone“ Carla Hollauf, die heuer ihren 70-iger feierte. Seit 42 Jahren ist Hollauf, die in St. Stefan im Lavanttal lebt, Mesnerin in Reideben und opfert viel Freizeit für Pflege, Erhalt, Tradition der Kirche: „Solange Gott will, mache ich auch weiter.“

Die fidele Mesnerin der Pfarrkirche Reideben hat diese Aufgabe von ihrem Vater Franz Gössler übernommen: „Das war vor 42 Jahren, als mein Vater gestorben ist. Ich wollte eigentlich nur ein Jahr bleiben. Jahrzehnte sind es geworden. Es ist schön, die Kirche zu erhalten, die Tradition weiter leben zu lassen!“

Viele helfende Hände
Und obwohl in der Kirche nur noch einmal im Monat eine Messe gefeiert wird, gibt es viel zu tun: „Natürlich habe ich Männer an meiner Seite, die hier Äste schneiden, den Rasen mähen, mich bei schweren Arbeiten unterstützen.“

Hollauf hält sich an die Worte ihrer Gotl: „Sie sagte immer zu mir: ,Halt den Haufen schön nieder, dann schaffst Du alles.’ Von der Organisation für die Messen bis hin zum Blumenpflanzen und zum Putzen von Altar, Boden, Sakristei . . . : Alleine geht da gar nichts. Dafür ist unsere kleine Kirche noch immer zu groß. Danke an alle helfenden Hände!“ Ohne Hilfe von Familie Auersperg, die im Schloss daheim ist, wäre vieles nicht machbar. „Es gibt ein sehr gutes Einvernehmen.“

Musikalische Mesnerin
Die zweifache Mutter und vierfache Oma, die seit 46 Jahren mit ihrem Dietmar verheiratet ist, ist auch Sängerin im Kirchenchor, den seit 30 Jahren Günther Brand leitet: „Da hab’ ich schon als Kind mitgesungen.“ Damals wurde in der Küche in der Meierei geprobt, wo ich gewohnt habe.“ Pfarrprovisor Suresh Kumar Remalli: „Es ist schön, dass hier Tradition gelebt wird. Auch nach Messen und bei Festen lebt die Gemeinschaft.“

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