Babyvögel, die aus Nestern fallen. Igel mit Hundebissen. Tauben an Fensterscheiben. Feuerwehr und Tierrettungsvereinen wird nie langweilig, besonders im Sommer ist viel zu tun. Doch wann ruft man eigentlich wo an?
Puntigamer Straße Graz, sonntags, nach 23 Uhr. Auf dem Grünstreifen in der Mitte bewegt sich plötzlich etwas: ein kleines Kätzchen. Erste Fragen schießen durch den Kopf: Wo können wir umdrehen? Ist es verletzt? Rufen wir Feuerwehr, Tierarzt oder Tierheim an? Wer ist um die Uhrzeit für so einen Fall erreichbar? Nach der Kehrtwendung weit und breit keine Spur mehr von dem Kätzchen, es ist hoffentlich heil nach Hause zurückgekehrt. Doch die Fragen im Kopf bleiben.
In Graz kommt die Feuerwehr
„Wenn man ein verletztes Tier vorfindet, dann sollte man immer die Tierrettung verständigen“, erklärt Philipp Goldner von der Grazer Berufsfeuerwehr. In der Landeshauptstadt ist die Tierrettung (0316/725888) bei der Feuerwehr angesiedelt, sie ist rund um die Uhr erreichbar. Am Land gestaltet sich die Sache etwas schwerer. Hier muss man den aktiven Tierschutz, ein Tierheim oder den örtlichen Tierarzt verständigen. Goldner gibt zu bedenken, „dass wir immer unser Bestes tun, aber wir sind keine ausgebildeten Veterinäre, wir sind Feuerwehrleute“.
Wichtig sei bei einem Anruf zunächst abzuklären, ob ein Ausrücken erforderlich ist. Die Feuerwehr sammelt das Tier im Notfall ein, sucht es nach einem Chip ab (Katze/Hunde), bringt es zum Tierarzt oder einer Auffangstation.
Sommer ist Hochsaison
„Im Sommer haben wir besonders viele Einsätze wegen Babyvögeln, die aus Nestern fallen“, sagt Goldner. Dabei wisse man freilich nicht, ob die Vögel flügge werden sollen – daher sollte man sie beobachten und nicht gleich anfassen, denn dann werden sie eventuell von den Eltern verstoßen. Sind sie aber sichtbar verletzt, dann ist die Tierrettung die richtige Adresse. Ähnliches bestätigt auch Daniela Großmann, Obfrau von „Kleine Wildtiere in großer Not“ (0650/6452535). „Im Sommer haben wir viele Vogelkinder, aber auch andere verletzte Tiere.“
Das Ziel ist, dass die Tiere in der Natur wieder überlebensfähig sind.

Daniela Großmann, Kleine Wildtiere in großer Not
Bild: Jürgen Fuchs
140 Anrufe an Spizentagen
Der Verein nimmt heimische Wildtiere, die verletzt oder verwaist gefunden werden, auf. Über 4000 Tiere werden jährlich versorgt. Sie bleiben von wenigen Stunden bis zu ein paar Monaten im Wildtierverein, wo sie auf die Auswilderung vorbereitet werden. „Das ist das klare Ziel“, so Roßmann. In den Sommermonaten erreichen den Verein an Spitzentagen bis zu 140 Anrufe. „Wir haben Igel mit Hundebissen oder Tauben, die gegen Autoscheiben geprallt sind“, erzählt Großmann.
Wer ein verletztes Tier selbst zum Tierheim, Tierschutz oder Tierarzt bringt, sollte den Transport „möglichst dunkel und ruhig“ gestalten, erklärt Daniela Roßmann. „Schuhschachteln mit Luftlöchern eignen sich gut. Eigenschutz bedenken: Auch Baby-Eichkätzchen haben schon Zähne.“ Am besten ruft man immer zuvor Tierrettung, Wildtierverein oder Tierarzt an.
Feuerwehr: „Es gibt nichts, was es nicht gibt“
Aus der ganzen Steiermark bringen Personen verletzte Wildtiere zum Standort nach Graz. „Wir haben Igel, die von Hunden gebissen wurden, Tauben, die gegen Autoscheiben geprallt sind…“, erzählt die Obfrau. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, weiß auch Feuerwehrmann Goldner zu berichten. Von Pferden im Pool bis hin zu Katzen im Kanalrohr ...
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