Pulverfass Sinai

Ägypten: Anschläge auf Armee fordern Dutzende Tote

Ausland
25.10.2014 14:55
Ein blutiger Anschlag mit Dutzenden Toten hat am Freitag die ägyptische Sinai-Halbinsel erschüttert. Bei der Explosion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt wurden 28 Soldaten getötet und rund 30 verletzt. Stunden später kamen weitere drei Sicherheitsleute ums Leben, als Extremisten an einem Kontrollpunkt das Feuer eröffneten. Als Reaktion wurde über Teile der Halbinsel der Ausnahmezustand verhängt. Zudem starteten die Streitkräfte groß angelegte Militäraktionen in der Region.

Noch in der Nacht berichteten Sinai-Bewohner, dass Telefonleitungen und Internetverbindungen gekappt worden seien. In Sicherheitskreisen hieß es, das hänge mit der Militäraktion zusammen, die als Reaktion auf den Anschlag begonnen habe. Dabei wurden Hubschrauber und Spezialeinheiten eingesetzt. In Sicherheitskreisen hieß es, Hubschrauber hätten mutmaßliche Verstecke der Islamisten südlich der Städte Sheikh Zuwaid und Rafah angegriffen.

Präsident macht ausländische Kräfte mitverantwortlich
Der ägyptische Präsident und ehemalige Armeechef Abdel Fattah al-Sisi machte Kräfte aus dem Ausland für den schwersten Anschlag auf die Streitkräfte seit mehr als einem Jahr mitverantwortlich. "Ziel der Terroroperationen ist es, Ägyptens Staat zu Fall zu bringen", sagte der Präsident in einer Fernsehansprache am Samstag. "Ägypten steckt in einem Krieg ums Überleben. Das bedeutet, dass alle Ägypter vereint sein müssen." Konkrete Aussagen über mögliche Drahtzieher aus dem Ausland machte Sisi allerdings nicht.

Islamistische Milizen als Dauerproblem seit Mubaraks Sturz
Das ägyptische Militär geht auf dem Sinai seit Jahren immer wieder gegen islamistische Milizen und Schmugglerbanden vor, die sich nach den arabischen Aufständen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak 2011 dort breitgemacht haben. Regelmäßig gibt es Attacken auf die Sicherheitskräfte. Zu mehreren Angriffen hat sich die islamistische Terrorgruppe Ansar Beit al-Maqdis (Partisanen Jerusalems) bekannt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
25.10.2014 14:55
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung