Di, 21. August 2018

Schwindel entlarvt

25.10.2014 11:59

Brite täuschte Koma vor, um Urteil zu entgehen

Ein dreister Fall von Betrug sorgt derzeit in Großbritannien für große Empörung. Alan Knight (47), der sich wegen Betrugs an seinem hilfsbedürftigen Nachbarn vor Gericht verantworten muss, täuschte zwei Jahre lang vor, dass er im Koma läge. Seine 33-jährige Ehefrau spielte mit und kümmerte sich zum Schein liebevoll um den 47-Jährigen. Doch nun ist der Schwindel aufgeflogen. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen die beiden unter anderem beim fröhlichen Einkaufsbummel - ohne Rollstuhl und Sauerstoffmaske.

Über einen Zeitraum von drei Jahren zweigte Knight immer wieder Geld von Konten seines Nachbarn ab. Insgesamt soll der 47-Jährige laut der britischen "Daily Mail" mehr als 50.000 Euro erbeutet haben. Als man ihm auf die Schliche kam und ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet wurde, begann der Schwindel: Knight - so die Version des Ehepaares - sei durch ein herunterrollendes Garagentor so stark an der Wirbelsäule verletzt worden, dass er nun an Quadriplegie (eine Form von Querschnittslähmung, bei der sämtliche Gliedmaßen betroffen sind, Anm.) leide. Da er immer wieder in einen komatösen Zustand verfalle, könne er daher keine Gerichtstermine wahrnehmen oder aussagen.

"Beweisfotos" aus Zimmer des Komapatienten
Als Beweis wurde ein Zimmer im Haus des Ehepaares, das drei Kinder hat, für den Komapatienten eingerichtet und dieses bei offiziellen Fototerminen auch den Behörden und der Öffentlichkeit präsentiert. Zumeist ist Knight auf diesen Bildern mit einer Halsstütze und einer Sauerstoffmaske zu sehen. Und seine Ehefrau Helen machte stets traurige Miene zum bösen Spiel. Mit diesem kommt der Verdächtige zunächst durch. Immer wieder, wenn neue Gerichtstermine anstehen, verschlimmert sich sein Zustand und macht der Staatsanwaltschaft einen Strich durch die Rechnung.

Das läuft zwei Jahre lange so weiter. Bis plötzlich Aufnahmen einer Überwachungskamera auftauchen, die einen sehr fitten Alan Knight beim Einkaufen mit seiner Frau zeigen. Weit und breit kein Rollstuhl, keine Sauerstoffmaske, und auch Arme und Beine scheinen ebenfalls einwandfrei zu funktionieren. Mittlerweile ist Knight wegen Betrugs verurteilt worden. Das Strafausmaß soll Anfang November verkündet werden.

Ermittler: "Skrupellosester Betrugsfall meiner Karriere"
Harry Paul, der leitende Ermittler im Betrugsfall, meinte gegenüber der "Daily Mail": "In meiner bisherigen Karriere als Polizist ist dies der längste und skrupelloseste Fall von Täuschung einer hilfsbedürftigen Person. Er hat zwei Jahre lang einen Strafprozess vermeiden können und hat damit den Behörden Kosten von Tausenden Euro verursacht."

Im Internet zeigten sich zahlreiche User schockiert über den Koma-Betrüger. "Schnell, gebt dem Mann einen Oscar", meinte eine Frau auf Twitter. "Ich weine", gab ein anderer User zu.

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