Seit rund zwei Wochen haben keine Frachtschiffe die Häfen rund um die ukrainische Schwarzmeerstadt Odessa angelaufen oder verlassen. Schuld daran ist eine russische Raketenkampagne gegen die Hafenanlagen sowie direkte Angriffe auf Frachtschiffe. Dutzende Menschen sind dabei bereits ums Leben gekommen.
Die Blockade von Odessa hat aber auch Auswirkungen weit über die Ukraine hinaus. Denn über den Hafen und das Schwarze Meer wird der Großteil des ukrainischen Getreide- und Maisexportes in die gesamte Welt abgewickelt.
Die Ukraine bemüht sich zurzeit, alternative Exportwege mittels Bahn und Lkw zu finden. Das ist derzeit aber schwierig. Laut dem Landwirtschaftsminister gelingt es momentan nur, rund die Hälfte der gewohnten Mengen zu exportieren. Allerdings greift auch die Ukraine russische Frachtschiffe im Asowschen Meer an.
Beide Seiten argumentieren, es würde sich um versteckte Transporte von militärischen Gütern handeln. Tatsächlich trifft das höchstens teilweise zu.
Es ist ein böses Spiel mit dem Hunger der Ärmsten auf dieser Welt. Denn der Anteil Russlands und der Ukraine bei den weltweiten Getreideexporten liege bei 25 bis 30 Prozent, bei Mais sind es acht Prozent. Fallen diese Transporte auch nur teilweise aus, hat das sofort Auswirkungen auf die Preise.
Und das trifft vor allem die Menschen in Afrika, Afghanistan und anderswo, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind. Denn den Hilfsorganisationen geht das Geld aus...
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