"Positiver Trend"

70 tödliche Biker-Unfälle – 3/4 eigenverschuldet

Motor
20.10.2014 11:27
70 getötete Motorradfahrer in der gerade zu Ende gehenden Motorradsaison sind genau 70 zu viel – und dennoch ein positiver Trend: Im Vorjahr starben insgesamt 87 Biker auf Österreichs Straßen, wie ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold am Montag bekannt gab.

"2013 war leider Gottes ein Ausreißer nach oben", bedauerte Schmerold, der dafür das gute Wetter als Ursache nannte. Dass man sich trotz des verregneten Sommers über die heurigen Unfallzahlen am Zweiradsektor freuen kann, sei auf die ungewöhnlich lange Saison zurückzuführen. Generell sinkt die Zahl der Verunglückten in den vergangenen zehn Jahren, obwohl der Bestand der zugelassenen Bikes und Roller (ab 125 ccm) um 50 Prozent auf rund 450.000 zugenommen hat.

Wodurch werden die tödlichen Unfälle ausgelöst?
Die meisten tödlichen Motorradunfälle passieren durch Fehler des Fahrers: Von den 70 bis zum 5. Oktober getöteten Motorradfahrern verunglückten 27 durch ihr eigenes Fehlverhalten bei Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern (39 Prozent), 26 starben bei Alleinunfällen (37 Prozent), 17 durch Fremdverschulden (24 Prozent).

Auslöser vieler selbst verschuldeter Unfälle sind unangepasste Geschwindigkeit, schlechte Fahr-, Brems- und Blicktechnik sowie falsche Selbsteinschätzung. "Die Analyse der Unfälle zeigt z. B., dass etliche Alleinunfälle passieren, weil Motorradfahrer in Linkskurven von der Straße abkommen. Linkskurven werden meist schneller gefahren, weil man weiter sieht und der Kurvenradius größer ist. Durch falsche Blicktechnik ist die Fahrlinie am Kurvenbeginn zu weit in der Fahrbahnmitte und am Kurvenausgang dann zu weit am rechten Fahrbahnrand. Kleine Unsicherheiten oder Fehler – ein überraschender Kurvenverlauf oder ein Hindernis auf der Fahrbahn – genügen, dass ein ungeübter Fahrer die Kontrolle verliert", analysiert Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.

Abhilfe schaffe gezielte Übung, etwa bei einem der "Warm up"-Trainings, die der ÖAMTC im Frühjahr anbietet. In dieser Jahreszeit sind laut Statistik auch die meisten Todesopfer zu beklagen, weil nach der Winterpause vielen die Übung fehlt.

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