Neuer Thronfolger?

Japanische Prinzessin schwanger

Ausland
07.02.2006 13:50
Die japanische Prinzessin Kiko (39), Schwiegertochter von Kaiser Akihito, erwartet überraschend ihr drittes Kind. Wie das Haushofamt am Dienstag laut Medien bestätigte, zeige die Ehefrau von Prinz Akishino, dem zweiten Sohn des Kaisers, "Anzeichen einer Schwangerschaft". Die überraschende Nachricht von der bevorstehenden Geburt ihres dritten Kindes gibt der Debatte um eine geplante Einführung der weiblichen Thronfolge eine unerwartet neue Dimension.

Aktien von Babyausstattern waren bereits in Reaktion auf erste Meldungen, wonach Prinzessin Kiko in der 6. Woche schwanger sei, in die Höhe geschossen. Zeitungen druckten Sonderausgaben.

Prinzessinnen stehen unter "Erzeugungsdruck" 
Seit 40 Jahren ist in die Familie des Kaisers kein Sohn mehr geboren worden, wodurch nach gegenwärtigem Gesetz eine Nachfolgekrise in der ältesten Monarchie der Welt drohte. Seit Jahren stand Prinzessin Kikos Schwägerin, Kronprinzessin Masako (42), unter enormen Druck, einen männlichen Thronfolger zu gebären. Das soll maßgeblich zur Erkrankung der einstigen Karriere-Diplomatin geführt haben, die seit zwei Jahren kaum noch öffentlich zu sehen ist.

Überlegungen zu Thronfolge 
Vor diesem Hintergrund plant die Regierung von Ministerpräsident Junichiro Koizumi einer kürzlich vorgelegten Empfehlung einer Beraterkommission folgend, noch in der laufenden Parlamentsperiode ein Gesetz zur Einführung der weiblichen Thronfolge einzubringen. Damit könnte Masakos Tochter, Prinzessin Aiko (4) eines Tages Kaiserin werden. Sollte jedoch Prinzessin Kiko nach ihren bereits 14 und 11 Jahre alten Töchtern, den Prinzessinnen Mako und Kako, einen Jungen gebären, wäre die Linie auch ohne eine Gesetzesänderung gesichert. Er stünde an dritter Stelle in der Thronfolge nach seinem Onkel, Kronprinz Naruhito, und seinem Vater.

Gegner halten Gesetzesänderung für verfrüht
Gegner der Einführung einer weiblichen Thronfolge halten eine Gesetzesänderung auch für verfrüht. Regierungschef Koizumi will dagegen an seiner Absicht festhalten, einen Gesetzesentwurf wie geplant in der noch bis Juni laufenden Parlamentsperiode einzubringen. Umfragen japanischer Medien zufolge hat eine Mehrheit der Bevölkerung nichts gegen eine Frau auf dem kaiserlichen Thron einzuwenden. Abzuwarten bleibt nach Ansicht von Beobachtern, wie die Schwangerschaft von Prinzessin Kiko die Position ihrer Schwägerin, Kronprinzessin Masako, am kaiserlichen Hofe beeinflussen wird.

In den Medien kursierten wilde Gerüchte über die Lage der offiziell unter einer "Anpassungsstörung" leidenden Kronprinzessin. Wochenmagazine spekulierten in letzter Zeit gar über die Idee einer Scheidung. Sie und ihr Mann sollen angeblich am Hof isoliert sein. Das Verhältnis zwischen Kronprinz Naruhito und seinem jüngeren Bruder, Prinz Akishino, gilt als belastet. Kronprinz Naruhito war von Akishino öffentlich für Bemerkungen zum Zustand seiner Frau kritisiert worden. Naruhito hatte 2004 erklärt, Masako sei "völlig erschöpft" vom jahrelangen Versuch, sich der Tennofamilie anzupassen.

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