Explosionsalarm

Der Dauerfrost knackt alte Linzer Gasleitungen

Explosionsgefahr durch Dauerfrost: Weil der gefrorene Boden keine Schwingungen schluckt, brach nun zum zweiten Mal in einer Woche in Linz eine alte Gasleitung. Gas sickerte durch Kabelschächte ins Telekom-Gebäude an der Fadingerstraße. Das Haus wurde evakuiert, die Schule gegenüber wurde nicht geräumt.

Montag Vormittag kurz nach 10 Uhr bemerkte ein Telekom-Mitarbeiter Gasgeruch. Er schlug sofort Alarm. Ein Gasspürtrupp bestätigte die Gefahr, sperrte den Gashaupthahn und die vorbeiführende Bethlehemstraße, das Telekom-Haus wurde geräumt: Etwa 100 Mitarbeiter bekamen kurzfristig „Gasurlaub“, bis das Gebäude entlüftet war und auch die Gefahr auf der Straße gebannt war.

Wie bei Sondenbohrungen in dem einen halben Meter tief gefrorenen Boden dann aber festgestellt wurde, verlaufen im Bereich Bethlehem- und Fadingerstraße bereits neue Rohre  das Leitungsnetz dürfte also in einer entfernteren Straße gebrochen sein, das Gas sickerte dann durch Kabelleitungen bis zur Telekom.

Vom 1500 Kilometer langen Linzer Gasnetz bestehen noch etwa sechzig Kilometer aus Graugussrohren aus den Sechzigerjahren. Diese werden nach und nach ausgetauscht. So sollten Anfang Dezember alte Rohre im Bereich Obere Donaulände ausgetauscht werden, doch der Winter kam den Bauarbeiten zuvor - bis am Mittwoch vergangener Woche, wie berichtet, dort die alte Gussleitung platzte und Gas ausströmte.

 

 

 

Foto: Erich Petschenig

Dienstag, 18. Mai 2021
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