Mi, 15. August 2018

Jean Tirole

13.10.2014 13:24

Franzose erhält Nobelpreis für Wirtschaft

Überraschung in Stockholm: Der französische Ökonom Jean Tirole bekommt den diesjährigen Nobelpreis für Wirtschaft. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie am Montag bekannt. Der 61 Jahre alte Forscher sei für seine Analysen über Marktmacht und Regulierung ausgezeichnet worden, teilte die Jury mit.

"Der diesjährige Preis handelt vom Zähmen mächtiger Firmen", sagte der Ständige Sekretär der Wissenschaftsakademie, Staffan Normark. Tirole habe mit seinen Forschungen gezeigt, wie Märkte mit wenigen machtvollen Unternehmen verstanden und reguliert werden könnten. Der Franzose sei "einer der größten lebenden Ökonomen", sagte Jury-Chef Tore Ellingsen.

"Ich bin sehr, sehr dankbar", sagte Tirole in einer ersten Reaktion am Telefon während der Pressekonferenz in Stockholm. Er sei bewegt und fühle sich geehrt.

Erst zum dritten Mal ein Franzose
Nach Angaben des Nobelkomitees ist Tirole nach Gerard Debreu (1983) und Maurice Allais (1988) erst der dritte Franzose, der den begehrten Preis bekommt. Tirole lehrt an der Universität Toulouse. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören industrielle Organisation, Banken- und Finanzwesen sowie psychologische Aspekte der Wirtschaftswissenschaft. 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde von der Universität Mannheim.

Die Vergabe an einen Forscher, der nicht aus den USA stammt, ist beim Wirtschaftsnobelpreis eine Seltenheit. In den letzten zehn Jahren wurden neben Tirole nur zwei Mal Ökonomen anderer Nationalitäten ausgezeichnet: 2004 der Norweger Finn E. Kydland, 2010 der Brite Christopher A. Pissarides. Beide waren allerdings gemeinsam mit US-Forschern geehrt worden. Auch 2013 war die Auszeichnung an Amerikaner gegangen: Die Jury prämierte die Börsen-Forschungen von Eugene F. Fama, Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller.

Der Wirtschaftspreis ist keiner der traditionellen Nobelpreise, die auf den letzten Willen des schwedischen Industriellen Alfred Nobel zurückgehen. Die Reichsbank stiftete ihn nachträglich 1968. Deshalb trägt die Auszeichnung nicht offiziell den Namen Nobelpreis - und wird auch nicht in derselben Woche wie die anderen Preise verkündet.

Preisgeld von rund einer Million Euro
Der "Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel" ist aber wie alle Nobelpreise mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund eine Million Euro) dotiert und wird am 10. Dezember - dem Todestag des Preisstifters - in Stockholm verliehen. Allein der Friedensnobelpreis wird in Oslo überreicht.

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