Bei den Saazer Teichen

Power-Steirerin sorgt für Rückkehr der Fischwelt

Steiermark
22.07.2026 13:00

Die Steirerin Marlies Haas ist auf den Karpfen gekommen: Sie küsste mit ganz viel Aufwand die Saazer Teiche aus dem Dornröschenschlaf und surft dort jetzt auf einer Erfolgswelle.

Die Saazer Teiche sind wohl jedem ein Begriff, der in der Oststeiermark schon in der Paldauer Gegend war – und vielen tat es leid, dass sie stillgelegt wurden und brach lagen. „Und komplett zuwuchsen“, wie Marlies Haas weiß – sie und ihr Lebensgefährte waren es schließlich, die die Teiche wieder zum Leben erweckten. Mit einem Riesenaufwand: „Wir haben ein Jahr lang nur saniert. Es war alles überwuchert, Dämme waren gebrochen, die Bagger mussten tonnenweise Schlamm abbauen.“ Das kostete viel. Aber: „Als wir erfahren haben, dass die Teiche zu haben sind und wir uns dafür entschieden haben, wussten wir: Wir machen das ganz – oder gar nicht.“

Bei der Arbeit
Bei der Arbeit(Bild: Jürgen Fuchs)

Und jetzt strahlen die Saazer Teiche wieder im neuen Glanz, der auch ein alter ist: Sie wurden schließlich schon im Jahr 1709 von Graf Sigbert Heister aus Kirchberg an der Raab angelegt, einem erfolgreichen Feldherren. Und es tummelt sich wieder eine prächtige Fischwelt darin: Karpfen, Schleien, Hecht, Zander, Amur.

Vorzugsweise sind sie zur Zucht gedacht, wachsen vom Ei zum prächtigen Fisch: „Wir versuchen hier einen richtigen Kreislauf.“ Dann werden sie in andere große oder Gartenteiche verkauft.

Die Teiche im Blick.
Die Teiche im Blick.(Bild: Jürgen Fuchs)

Vor allem auf den Zander sind Marlies Haas, Mutter eines 14-jährigen Sohns, und Lebensgefährte Wolfgang Zacharias stolz: „Der braucht nämlich spezielle Kiesplätze zum Laichen. Es ist uns gelungen, hier optimale zu schaffen“, so die Steirerin. Die ursprünglich aus einem anderen Metier kam – sie vertrieb farbenfrohe, zahme Kois -, nach der Ausbildung zur Teichwirtin und viel praktischer Erfahrung nun echte Expertin ist.

Auch Fischer kommen bei den Saazer Teichen auf ihre Rechnung, ganz wichtig ist es Marlies Haas, auch zur Bildung beizutragen. „Wir haben viele Kinder und Klassen da. Aber auch Erwachsene kennen sich oft kaum aus, wenn es um Natur und Tiere am Land und im Wasser geht.“ Im Shop lässt sich von Oktober bis April frischer Fisch kaufen, köstliches Sugo gibt es auch jetzt.

Köstliches Sugo ist auch jetzt vor Ort erhältlich
Köstliches Sugo ist auch jetzt vor Ort erhältlich(Bild: Jürgen Fuchs)

Die Frau steht zudem ihren Mann: Sie ist Nachfolgerin von Helfried Reimoser als Chef im Teichwirteverband Steiermark mit 340 Mitgliedern. Ihr Ziel: „Die Produktion zu erhöhen! Wir produzieren nur sieben Prozent der Fische, die in Österreich gegessen werden. Und das in einem Wasserland.“

Dafür brauche es aber eine wesentliche Änderung im Wasserrecht und weiteres Prädatorenmanagement. Powerfrau Marlies wird auch da etwas bewegen.

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