Die Story, mit der "Hyrule Warriors" den Spieler konfrontiert, kommt langjährigen "Zelda"-Fans irgendwie bekannt vor: Wieder einmal kommt Dunkelheit über das Land Hyrule, und abermals gilt es, eine entführte Prinzessin zu retten. Zum Handkuss kommt wie üblich der grün gekleidete Recke Link, der mit Schwert und Bogen zur Rettung Hyrules ausrückt. Gespielt werden dürfen aber auch etliche Mitstreiter von Link.
Schnetzel-Game im "Zelda"-Universum
Das war's auch schon mit dem klassischen "Zelda"-Flair. Während die Reihe üblicherweise nämlich sehr gute Rollenspiele hervorbringt, schlägt "Hyrule Warriors" eine ganz andere Richtung ein. Gemeinsam mit den Machern von "Dynasty Warriors" hat Nintendo ein Schnetzel-Game produziert, in dem sich Link und etliche andere Helden aus der "Zelda"-Reihe durch aberwitzig große Horden von Gegnern kämpfen.
Das geht dank eingängiger Steuerung, verschiedenen Schlagtechniken und Kombos sowie mächtiger Spezialattacken auch für Einsteiger problemlos von der Hand und macht gerade anfangs reichlich Laune. "Zelda"-Fans freuen sich über die in den Levels verstreuten Anspielungen zu anderen "Zelda"-Games, könnten sich allerdings am über weite Strecken unterhaltsamen, aber mitunter arg eintönigen Gameplay stören.
Fordernde Endgegner, wenige Rätsel
Im Grunde gilt es nämlich in "Hyrule Warriors" stets, sich möglichst effizient und unbeschadet durch die Gegnerhorden zu schnetzeln, Festungen zu befreien und von den auf den Karten herumstreunenden eigenen Mannen besetzen zu lassen. Zwischendurch kommt es immer wieder zum Kampf mit gefährlichen Boss-Monstern. Besonders die Endgegner machen Laune, weil sie mit verschiedenen Schwachstellen aufwarten, die es geschickt auszunutzen gilt.
Ausufernde Rätsel oder Dialoge, wie man sie aus klassischen "Zelda"-Games kennt, sollte man sich von "Hyrule Warriors" nicht erwarten. Stattdessen steht die Action im Vordergrund. Nett: Neben der normalen Kampagne gibt es einen Abenteuer-Modus, der den Spieler auf einer Retro-Karte des "Zelda"-Universums von einer Herausforderung zur nächsten schickt und viele kurze, aber knackige Begegnungen mit spannenden Gegnern enthält.
Abwechslungsreiche Schauplätze aus "Zelda"-Games
Lobenswert: Obwohl "Hyrule Warriors" spielerisch so gar nicht ins "Zelda"-Universum passt, bietet es Fans viel Wiedererkennungswert. Link selbst wurde bis ins Detail liebevoll nach der Rollenspiel-Vorlage gestaltet, zahlreiche Charaktere aus verschiedenen "Zelda"-Spielen haben Gastauftritte, und auch die Waffenauswahl entstammt ebenso wie die Gegner Nintendos seit 1986 bestehendem Rollenspiel-Universum.
Das Gleiche gilt für die Spielschauplätze: Die sind angenehm abwechslungsreich gehalten und entführen den Spieler an verschiedene Orte, die er zuvor womöglich schon in einem "Zelda"-Rollenspiel besucht hat. Besonders zahlreich vertreten sind Schauplätze und Charaktere aus den Ablegern "Ocarina of Time", "Twilight Princess" und "Skyward Sword". Erwähnenswert: Beim Testen sind uns keine lästigen Bugs oder sonstige Fehler aufgefallen, das Game bietet gewohnt hohe Nintendo-Qualität.
Grafik nicht taufrisch, Soundtrack gelungen
Die Grafikqualität stimmt, haut aber niemandem vom Hocker. Charaktere und Levels sind liebevoll und abwechslungsreich gestaltet, dazu kommen ansehnliche Lichteffekte und geschmeidige Animationen. Weniger gut gefallen haben uns die Horden recht eintöniger Gegner und der generelle Detailgrad, beispielsweise bei den Texturen. Man sieht dem Spiel an, dass die Wii U nicht so viel Power bietet wie ein moderner PC oder die Konkurrenzkonsolen. Schlecht sieht es deshalb aber auch nicht aus.
Gut gelungen ist die Vertonung von "Hyrule Warriors". Der Soundtrack gibt dem Spieler immer wieder Abwandlungen alter "Zelda"-Klassiker auf die Ohren, außerdem sind die Kampf- und Waffengeräusche gut getroffen. Auf Sprachausgabe wird Nintendo-typisch verzichtet, was uns in der Praxis aber nicht wirklich gestört hat, zumal die Handlung ohnehin nicht allzu viel Erklärungsbedarf hat.
Sehr nett: Das Game bietet einen kooperativen Mehrspielermodus, bei dem man gemeinsam gegen die bösen Horden antreten darf, die Hyrule heimsuchen. Dabei kann ein Spieler am Display des Touchscreen-Gamepads der Wii U, der andere am TV-Gerät spielen. Im Kurztest machte das fast noch mehr Spaß als der Einzelspielermodus, weil das gemeinsame Vorrücken im heimischen Wohnzimmer noch eine Spur taktischer angegangen werden kann als der Einzelspielermodus.
Fazit: "Hyrule Warriors" beschränkt sich bei der Story auf das Wesentliche und beschreitet spielerisch eher ungewohnte Wege, erfreut "Zelda"-Fans aber mit vielen Déjà-vus, stimmiger Grafik, gutem Sound und spaßigem Mehrspielermodus. Dass das Schnetzeln durch die Gegnerhorden schnell eintönig wird, kaschiert "Hyrule Warriors" mit fordernden Bosskämpfen und vielen spielbaren Charakteren. Die im Direktvergleich mit der Konkurrenz etwas detailarme Optik und die fehlende Sprachausgabe kosten dann aber doch noch ein bisschen Spielspaß.
Plattform: Wii U
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 8/10
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