Uns Menschen ist heiß – aber Hitze und Dürre haben, selbst wenn es jetzt regnet, auch Folgen für das Ökosystem und töten massig Tiere. Was wir jetzt tun können.
Viele Tierfreunde haben jetzt einen dringenden Appell an alle: „Bitte stellen Sie Tränken ins Freie! Durch die lange Dürreperiode spielen sich Tragödien in der Tierwelt ab.“ Monika Großmann vom Verein „Kleine Wildtiere in großer Not“, kann das nur unterstreichen. „Wir bekommen derzeit viele völlig dehydrierte Tiere herein, vor allem Vögel und Igel.“
Diese haben noch Junge, oft in Komposthaufen, „welche sich unglaublich aufheizen. Die Muttertiere flüchten, bei einem nachtaktiven Tier unüblich, auch tagsüber aus dem Nest, um sich abzukühlen. Und um Wasser zu suchen, um genügend Milch produzieren und die Jungen säugen zu können.“ Solche Igel einzufangen sei von Tierfreunden gut gemeint, „es ist aber das Todesurteil für die Kleinen! Also bitte einfach frisches Wasser hinstellen.“
Auch Bienen brauchen dringend Wasser
Mit frischem Wasser würde man auch nicht Stechmücken fördern, betont Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes. „Weil die ja eine Woche für die Entwicklung brauchen. Wechselt man das Wasser, gibt es da kein Problem.“ Auch Insekten wie die Bienen brauchen dringend Wasser, „auch, weil sie damit den Bau kühlen. Sie nehmen Tropfen mit hinein und fächeln dann.“ Ein Stock benötigt circa einen halben Liter pro Tag.
Ganze Ökosysteme seien in Gefahr. „Selbst wenn es jetzt mal ausgiebig regnen sollte, wie es manche Prognosen versprechen, sind die Folgen nachhaltig. Wir erleben eine Umstrukturierung in der Natur. Empfindliche Pflanzen- und Tierarten werden jäh verschwinden, ihr Ersatz aus dem Süden, wenn es überhaupt einen gibt, dauert Jahrzehnte.“
Tiere, besonders Insekten, konnten sich Trockenheiten immer anpassen, sonst wären sie ja ausgestorben. Aber so eine Dürre hat nachhaltige Folgen.

Johannes Gepp, Naturschutzbund
Bild: Christian Jauschowetz
Derzeit würde ein Massensterben von Krebsen gemeldet, Hummeln und Co. sterben vielfach, weil „ihnen durch vertrocknete Pflanzen die Nahrung fehlt. Oder Vogelbabys, weil Insekten fehlen.“ Und weil sie sich laut Großmann oft unter heißen Dächern verzweifelt zu weit aus dem Nest beugen, heraus- und auf tödlich harten Beton fallen.
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