Im Gegenangriff

Offiziere: “Die Politik spart unser Heer kaputt”

Österreich
07.10.2014 16:52
Hochrangige Offiziere rebellieren jetzt gegen den Sparbefehl: "Die Parteipolitik will das Heer ruinieren. Das passiert nicht unabsichtlich." Einer der prominentesten Kritiker ist Niederösterreichs Militärkommandant Rudolf Striedinger: "Wir erleben Frustration, große Verunsicherung. Jetzt heißt's: Wem's nicht passt, der soll gehen." Wirklich hilfreich wäre eine Reform des Dienstrechts.

"Das Dienstrecht ist einfach nicht streitkräftetauglich", stellte Brigadier Rudolf Striedinger im "Krone"-Gespräch fest. Das heißt: nur 21.000 Präsenzdiener, aber 10.000 Unteroffiziere, 2.800 Offiziere, davon 160 Generäle. Striedinger warnte vor einem Verzicht auf große Reformen: "Wenn wir keine neuen Helme oder Splitterwesten für die Soldaten kaufen können, ist deren Leben akut gefährdet."

Und es sei zynisch, dem Heer die Höhe der Personalausgaben vorzuwerfen: "Wenn wir keine Mittel für modernes Gerät erhalten, wird natürlich der Anteil der Personalkosten prozentuell höher." Außerdem sei auch der Verkauf von Panzern nicht ungefährlich: So sei das Heer etwa erst im Vorjahr mit Panzern zum Haus des Amokläufers von Annaberg vorgerückt.

Noch deutlicher kritisierte Oberösterreichs Militärkommandant Kurt Raffetseder den Sparbefehl: "Die Organisation des Bundesheeres wird seit zehn Jahren planmäßig kaputtgespart."

Brigadiere entsetzt und sauer, aber "noch loyal"
Raffetseder deutete an, dass das Heer von der Politik jetzt bewusst ruiniert werde - ein nicht kleiner Vorwurf: "So etwas passiert nicht unabsichtlich." Und ein weiterer Brigadier sagte zur "Krone": "Das Sparpaket ist erschreckend einfallslos." Man sei zwar "noch loyal", aber müsse sich "gegen das Primat der Parteipolitik wehren".

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