Als Horst Schimanski prägte Götz George die Rolle des ruppigen „Tatort“-TV-Kommissars nachhaltig, doch er brillierte auch in zahlreichen anderen Rollen zwischen Komödie und Thriller. Am 19. Juni jährt sich sein Ableben zum zehnten Mal – doch die Legende bleibt für immer.
Das Fernsehpublikum war ob der rohen Umgangssprache entsetzt. Als Götz George 1981 zum ersten Mal den Duisburger „Tatort“-Hauptkriminalkommissar Horst Schimanski gab, fiel das Wort „Scheiße“ – was zahlreiche entrüstete Leserbriefe an die Tageszeitungen zur Folge hatte. Der gebürtige Berliner und sein Team ließen sich vom Sturm der Entrüstung aber nicht verunsichern und hielten am harten Ruhrpott-„Prügelkommissar“ fest.
Bis 1991 sollte er die Rolle bekleiden, und noch heute gilt Schimanski als legendärster und beliebtester Kommissar der „Tatort“-Reihe. „Schimanski war eigentlich immer ein Sensibelchen, der seine Härtemomente hatte“, meinte George zu seiner Paraderolle. In der eigenen Serie „Schimanski“ wurde die Figur 1997 für einige Jahre erfolgreich reanimiert.
Dass George ein unheimlich facettenreicher und vielseitiger Schauspieler war, ging dabei fast unter. Die Range seiner Rollen war unendlich breit gefächert. In „Schtonk!“ (1992) oder „Rossini“ (1997) zeigte er sein komödiantisches Talent, im dramatischen Thriller „Der Totmacher“ (1995) verstörte er mit einer intensiven Darstellung des kannibalischen Serienmörders Fritz Haarmann.
Für seine Leistungen wurde er oft prämiert, beginnend schon in den frühen 60er-Jahren, wo er sich in Karl-May-Verfilmungen einen Namen machte. George betonte, er hätte trotz seines intensiven Spiels immer eine Distanz zu seinen Rollen gehabt und galt zeit seines Lebens als schwieriger Charakter.
Er war zweimal verheiratet und Vater einer Tochter. Am 19. Juni 2016 starb er im 78. Lebensjahr nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie in Hamburg. Die Erinnerung an eine Legende bleibt.
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