72-h-Ultimatum
Situation von deutschen Irak-Geiseln zugespitzt
Mittwoch früh will der Krisenstab des deutschen Auswärtigen Amtes (AA) erneut zusammentreten. Auch das Kabinett werde informiert, sagte ein AA-Sprecher in Berlin.
Das Band, das auf 29. Jänner datiert war, zeigte Rene Bräunlich und Thomas Nitzschke vor mehreren maskierten Männern, die ihre Waffen auf die Deutschen gerichtet hatten. Die Ingenieure waren am Dienstag vor einer Woche in der nordirakischen Stadt Beiji verschleppt worden. Im Auftrag der Firma Cryotec aus der Nähe von Leipzig sollten sie dort die Aufstellung einer Stickstoffanlage begleiten.
Es ist bereits das zweite Video über die beiden Leipziger, das Al Jazeera ausstrahlte. Auf dem ersten, bereits am Tag der Entführung aufgezeichneten Band waren die Männer ebenfalls umgeben von schwer bewaffneten Männern zu sehen.
"Zeugnis eines menschenverachtenden Verbrechens"
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am späten Dienstagabend, die von den Entführern übermittelten Bilder seien ein "erneutes Zeugnis eines menschenverachtenden Verbrechens". Der deutsche Außenminister Steinmeier, der sich zu dieser Zeit in London aufhielt, werde kontinuierlich unterrichtet.
Weitere Geiseln im Irak
Neben den Deutschen wurden im Jänner mindestens drei weitere Ausländer im Irak entführt - zwei Kenianer und die US-Journalistin Jill Carroll. Carrolls Entführer fordern die Freilassung aller Frauen aus Gefängnissen im Irak. Andernfalls haben sie mit der Ermordung der Journalistin gedroht.
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