Am Rand notiert

Wende bei den Freiheitlichen?

Salzburg
02.06.2026 06:00

Ein Kommentar von „Salzburg Krone“-Chefredakteur Claus Pandi zum neu präsentierten Integrationsleitbild der Salzburger Landesregierung um Karoline Edtstadler (ÖVP) und Marlene Svazek (FPÖ).

Vielleicht leiten die Freiheitlichen in der Ausländerfrage gerade einen dezenten Kurswechsel ein. Oder aber die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek hatte immer schon eine liberale Neigung, die mit zunehmender Emanzipation von der Kickl-Partie in Wien nun aus ihr herausbricht. Nach drei Jahren im Amt als stellvertretende Landeshauptfrau hat sich Svazek freigespielt. Im Gegensatz zu Herbert Kickl hat sie Regierungsverantwortung und genießt in weiten Teilen des Landes durchaus Respekt.

Marlene Svazek, der auch schon eine große Karriere in einer künftigen Bundesregierung vorhergesagt worden ist, schlägt jetzt einen grundvernünftigen Kurs in der Migrationspolitik ein. Beraten wurde die FPÖ-Politikerin dabei von dem aus der Türkei stammenden und in Deutschland und Österreich arbeitenden Sozialwissenschaftler Kenan Güngör.

Einmal abgesehen von den faktenorientierten Plänen für Migration und Integration, ist eines besonders bemerkenswert: Marlene Svazek verzichtet auf die in ihrer Partei sonst übliche brachiale Sprache, wenn es um Zuwanderung geht. Im Gegenteil: Sie legt Wert auf eine sachliche und freundliche Tonlage gegenüber Menschen, die aus dem Ausland kommend, von Salzburgs Wirtschaft gebraucht werden.

Mit der Politik markiert Marlene Svazek möglicherweise einen Wendepunkt in ihrer Partei, die bisher fast nur Wolf, Biber und Otter im Visier hatte, zu einer Partei, die einen größeren Horizont haben könnte.

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