


Der weststeirische Ort Eibiswald verwandelt sich zu Fronleichnam wieder in ein wahres Blumenmeer. Zahlreiche Menschen begleiten die traditionelle Prozession des Glaubens. Dahinter steckt eine jahrhundertealte Tradition.
Nach Christi Himmelfahrt, Pfingsten und der Heiligen Dreifaltigkeit wird am Donnerstag, dem 4. Juni, das Fronleichnamsfest zelebriert. Das katholische Fest wird seit 1264 stets am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. In der Weststeiermark ist es schon vor 1285 nachweisbar. Was das Fest der Eucharistie hier so einzigartig macht, sind die mit viel Liebe und Fantasie gestalteten Blumenteppiche. Besonders bekannt für diese floralen Kunstwerke ist neben der Stadt Deutschlandsberg der Markt Eibiswald. Die schöne Tradition lebt da und dort vom Gemeinschaftssinn. „Und der wird sichtbar, wenn man am Fronleichnamstag durch den Ort geht“, weiß Bürgermeister Andreas Thürschweller.
Pfarre, Gemeinde, Vereine, Geschäftsinhaber und private Hausbesitzer leisten dazu einen wertvollen Beitrag. Der Tag für sie alle beginnt zeitig. Wenn um 4 Uhr in der Früh die Kirchenglocken zu läuten beginnen, machen sich in Eibiswald an die 100 Leute daran, Gehsteige und Plätze zu schmücken. Religiöse, aber auch regionale Bilder stehen dabei im Mittelpunkt. Zu den gängigen Darstellungen wie Herz, Kelch, Taube oder Brot kommen stets neue Motive dazu.



Wenn die Sonne zum Vorschein kommt, sind die vielen Blumenteppiche bereit für die Prozession. Um 9 Uhr zelebriert Vikar Hubert Schröcker die Heilige Messe. Danach erfolgt die Aufstellung zur Fronleichnamsprozession. Vor vier Altären wird dabei Station gemacht. „Mit himmlischem Segen sei gesegnet dieser Ort und alle, die hier wohnen“, betet Vikar Schröcker. Der Himmel, unter dem er die Monstranz mit der Hostie als Symbol für die Gegenwart Christi in den Händen hält, wird von der Landjugend getragen. „Wie er mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gehalten hat, so ist Jesus in der Gestalt des Brotes bei uns.“
Der Prozession, die von der Marktmusikkapelle Eibiswald angeführt wird, schließen sich Vereine, Honoratioren, Erstkommunionkinder und viele weitere Teilnehmer an. Sie bildet den feierlichen Höhepunkt des Hochfestes des Leibes und Blutes Christi.
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