Besonderes Projekt

Photovoltaikanlage für bedrohte Amphibienarten

Tirol
01.06.2026 17:00

Um gefährdeten Fröschen oder Molchen einen idealen Lebensraum zu ermöglichen, wurde im Rahmen eines Interreg-Projektes in Osttirol ein besonderes Plätzchen geschaffen. Erste Erfolge sind bereits jetzt sichtbar.

Es sind zwei fast unscheinbare Amphibienteiche, die seit einigen Wochen in Oberlienz für viel Bewegung und neues Leben sorgen. Bei den beiden Gewässern handelt es sich um ein Interreg-Projekt am rechten Iselufer. Das Ziel: Gefährdete Amphibien an der Isel zu fördern.

Den Ursprung nahm das Vorhaben, da es in den Auwaldresten entlang des Flusses kaum mehr zu Überschwemmungen kommt. Diese würden zur Entstehung natürlicher Laichgewässer beitragen, sind aber zur Seltenheit geworden. Mit den künstlichen Tümpeln soll nun Abhilfe geschaffen werden.

Erste Erfolge sind bereits nach wenigen Wochen sichtbar.
Erste Erfolge sind bereits nach wenigen Wochen sichtbar.(Bild: Verein Osttirol Natur)
(Bild: Verein Osttirol Natur)

Auch die Laborklassen des Gymnasiums Lienz beteiligten sich am Projekt, genauso wie der Naturschutzverein „Osttirol Natur“. In den vergangenen drei Jahren wurde das Areal genau beobachtet. Das Fazit war ernüchternd, wie Vereins-Obfrau Renate Hölzl erklärt: „Die Teiche trockneten viel zu schnell aus und der Großteil der Kaulquappen im Teich verendete.“ Daher entschloss sich der Verein, eine PV-betriebene Wasserpumpe zu sponsern. Diese soll in etwa jene Menge Wasser in die Gewässer pumpen, die durch die Verdunstung pro Tag verloren geht. Das Vorhaben wurde im April umgesetzt.

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Wir haben die Natur so stark verändert, dass man zum Schutz gefährdeter Tiere manchmal eben auch technische Hilfe in Anspruch nehmen muss.

Renate Hölzl, Obfrau Naturverein „Osttirol Natur“

Erste Erfolge sichtbar, Anlage wird abgebaut
Ein erneutes Monitoring durch die Schulklasse wurde daraufhin durchgeführt. Das Ergebnis freute alle Beobachter. „Als Teichbesiedler konnten Grasfrösche, Bergmolche und Erdkröten identifiziert werden“, schildert Hölzl. Damit sich in den Teichen keine Fische ansiedeln, die Amphibienlaich und Kaulquappen zum Fressen gern haben, wird die Anlage am Ende des Sommers wieder abgebaut, sodass die Teiche nach der Laichzeit trockenfallen können. „Wir haben die Natur so stark verändert, dass man zum Schutz gefährdeter Tiere manchmal eben auch technische Hilfe in Anspruch nehmen muss“, sagt Hölzl abschließend. 

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