Im Natura-2000-Gebiet

WWF sieht Verfehlungen bei der Erhaltung der Isel

Tirol
30.05.2026 17:00

Geht es nach der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund, muss die geplante Verordnung für das Fluss-Schutzgebiet an der Isel überarbeitet werden. Die EU-Kommission nannte zuletzt einige Mängel.

Als unzureichend und europarechtswidrig bezeichnet der WWF den aktuellen Entwurf der Erhaltungszielverordnung für das Natura-2000-Gebiet „Osttiroler Gletscherflüsse Isel, Schwarzach und Kalserbach“. Dieses wurde von der Tiroler Landesregierung geplant bzw. ausgearbeitet.

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Die EU-Kommission hat die Mängel klar benannt. Dennoch fehlen wesentliche Lebensräume, Arten und messbare Erhaltungsziele.

WWF-Expertin Marie Pfeiffer

Mängel benannt, Lebensräume fehlen
Konkret bemängelt die Organisation das Fehlen von messbaren Erhaltungszielen für die gefährdete Deutsche Tamariske. Zudem fehlen mindestens acht Lebensraumtypen, darunter prioritäre Auwälder oder neun geschützte Arten wie Huchen oder Fischotter. „Die EU-Kommission hat die Mängel klar benannt. Dennoch fehlen wesentliche Lebensräume, Arten und messbare Erhaltungsziele. Damit bleibt Tirol klar hinter den europäischen Vorgaben zurück“, sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer.

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Geschützte Arten, Lebensräume und Erhaltungsziele dürfen nicht willkürlich ausgewählt oder ganz weggelassen werden.

WWF-Expertin Marie Pfeiffer

Die EU-Kommission habe Österreich im März aufgefordert, Mängel im Natura 2000-Gebiet zu beheben. „Tirol kann Natura-2000-Gebiete nicht nach Belieben ausgestalten. Geschützte Arten, Lebensräume und Erhaltungsziele dürfen nicht willkürlich ausgewählt oder ganz weggelassen werden“, erklärt Pfeiffer.

Fehlende Verordnungen haben auch Auswirkungen
Der WWF mahnt zudem, dass das Nichteinhalten auch Folgen für künftige Genehmigungsverfahren haben könnte. Sollten geschützte Arten und Lebensräume in der Verordnung fehlen, könnten auch Auswirkungen von Projekten nicht vollständig geprüft werden. „Dadurch entstehen Schutzlücken für wertvolle Naturgebiete.“

Die Isel und ihre Zubringer zählen zu den letzten naturnahen Gletscherflusssystemen Österreichs.

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