So, 24. Juni 2018

Langfristige Schäden

29.07.2014 09:38

Studie: Demokratie durch US-Überwachung in Gefahr

Die Überwachungsprogramme der US-Geheimdienste schränken einem Bericht der Nichtregierungsorganisationen Human Rights Watch und American Civil Liberties Union zufolge die Arbeit von Journalisten und Rechtsanwälten ernsthaft ein. Dadurch drohe die Demokratie in den USA "langfristigen Schaden" zu nehmen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung. In einer demokratischen Gesellschaft sei eine geschützte und vertrauliche Kommunikation für diese beiden Berufsgruppen "unverzichtbar".

Die beiden Organisationen befragten mehr als 90 Journalisten, Rechtsanwälte sowie frühere und aktuelle Regierungsvertreter. Der 120-seitige Bericht dokumentiert, wie in den USA Pressefreiheit und der Anspruch auf einen Rechtsbeistand durch die Spähaktivitäten des Geheimdienstes NSA gefährdet würden. Zusätzlich erschwert wird die Arbeit von Journalisten demnach durch das harte Vorgehen der Regierung von Präsident Barack Obama gegen Geheimnisverräter.

Für Journalisten und Anwälte sei es "oft entscheidend, bestimmte Informationen von der Regierung fernzuhalten", heißt es in dem Bericht. "Angesichts des von der US-Regierung unterhaltenen mächtigen Überwachungsapparats ist diese Privatsphäre immer seltener und schwieriger zu gewährleisten." Als Folge müssten Journalisten und Anwälte ihr Verhalten ändern, um vertrauliche Gespräche mit ihren Quellen beziehungsweise Mandanten zu schützen.

Prepaid-Handys, Verschlüsselung und Co.
Dem Bericht zufolge benutzen sie zunehmend Prepaid-Handys, die nach der Unterhaltung weggeworfen werden. Auch Verschlüsselungsprogramme für elektronische Kommunikation kommen demnach zum Einsatz. Computer würden bisweilen vom Internet und anderen Netzwerken komplett abgekoppelt. Die befragten Journalisten beklagten außerdem, dass ihre Quellen aus Angst vor Repressalien immer weniger Informationen preisgäben.

USA untergräbt eigene Werte
"Die Arbeit von Journalisten und Rechtsanwälten ist wesentlich für unsere Demokratie", sagte Alex Sinha, einer der Autoren des Berichts. "Wenn ihre Arbeit leidet, leiden wir auch." Die USA sähen sich als "Modell für Freiheit und Demokratie", genau diese Werte würden mit der massiven Überwachung aber untergraben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.