In der Gaststube herrscht gespenstische Ruhe. Zum zweiten Mal serviert das Sobother Suppentheater ein Stück auf 1070 Metern Seehöhe. „Geisterreiter“ feiert bald Premiere.
Wenn der Abend im Wanderdorf Soboth lange Schatten wirft, ist alles für einen unheimlich-gruseligen Gasthaus-Einakter angerichtet. In der Gaststube von Elke Mörth wird es mucksmäuschenstill. Es ist vorteilhaft, wenn während der Aufführung nicht gesprochen wird, denn die Schauspieler treten ohne Mikrofone auf. Und natürlich trägt auch der Titel der Komödie zum beklemmenden Schweigen bei. Es wird gelogen, betrogen, getötet, gegeistert, getanzt, geprügelt, gesungen, gelacht, gestritten, gespielt, gesoffen, geschleimt und gestaunt. Jedoch: Auch die Liebe kommt nicht zu kurz.
Premiere war großer Erfolg
Nach dem überwältigenden Erfolg bei der Erstauflage 2024 erlebt das Sobother Suppentheater heuer seine Renaissance. Gespielt wird bei Gaststuben- und Kerzenlicht. Überhaupt kommt die Produktion mit wenig Technik aus. Die Kostüme stammen vorwiegend aus dem eigenen Kleiderschrank.
Mit Wolfgang Fasching hat sich der Verein Sobothage ein Multitalent von der Kulturinitiative Kürbis Wies „ausgeliehen“. Es zeichnet für Text, Musik und Regie verantwortlich. Zuerst wurden Interessierte gesucht und gefunden, danach hat er die Geschichte, die schon im Kopf herumgegeistert ist, finalisiert und jedem der zwölf Akteure eine Rolle auf den Leib geschrieben: „Die Leute sind hochmotiviert, ihr Einsatz ist geradezu sensationell. Auch Elke Mörth steht voll dahinter.“ Sie macht ihren Gasthof gerne zur Theaterbühne.
Keine „volksdümmlichen“ Klischees
„Es gibt in jedem Dorf eine schrullige Person, die etwas seltsam ist“, sagt der Regisseur. Im Stück ist es die als „Dorfnarrische“ verschriene Agnes. Keiner nimmt sie ernst, wiewohl es die Menschen nachdenklich macht, wenn sie über Geister spricht oder über den Sensenmann, „der wieder einmal im Dorf abmähen wird“. Manche ihrer Ankündigungen treffen tatsächlich ein. Im Dorf leben zudem zwei Totengräber. Weil die Bevölkerungszahl abnimmt, macht der Bürgermeister den Vorschlag, sie anlassbezogen zu bezahlen. Finanzielle Einbußen drohen. Durch Zufall gerät eines Tages im Gasthaus eine mysteriöse Flasche mit giftigem Inhalt in ihre Hände. Von nun an überschlagen sich die Ereignisse.
„Volksdümmliche“ Klischees werden nicht erfüllt. „Es gibt bei uns keinen depperten Bürgermeister, keinen grantigen Knecht und keinen dummen Bauern“, betont Fasching.
Das Stück „Geisterreiter“ hat am 14. Mai mit Beginn um 19.30 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen: 15. 5., 17. 5., 20.5., 21. 5 und 26. 5. Eine Stunde vor Spielbeginn gibt es für Gäste Suppe. Reservierungen unter: 0664/99 01 08 38
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