Mo, 18. Juni 2018

US-Helfer infiziert

28.07.2014 16:23

Ebola grassiert: Liberia macht Grenzen dicht

Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hat wegen der grassierenden Ebola-Epidemia die Schließung zahlreicher Grenzstellen des westafrikanischen Landes angeordnet. Ausgenommen sind der internationale Flughafen der Hauptstadt Monrovia, ein Provinzflughafen sowie die drei wichtigsten Grenzübergänge. Zuletzt hatten sich in Liberia auch zwei Helfer aus den USA mit dem Virus angesteckt.

Alle Ein- und Ausreisenden an den noch offenen Flughäfen und Grenzübergängen müssten sich strikten Kontrollen unterziehen, erklärte Sirleaf. Außerdem wurden alle öffentlichen Versammlungen verboten - das betreffe auch Demonstrationen sowie Konzerte und andere Veranstaltungen. Für die besonders betroffenen Gemeinden gilt eine strenge Quarantäne.

Seit dem ersten Ebola-Toten zu Jahresbeginn in Guinea breitet sich die Seuche auch in Liberia und Sierra Leone immer weiter aus (siehe Grafik). Inzwischen wurde auch in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, der erste Tote gemeldet. In Liberia steckten sich auch ein 33-jähriger Arzt aus den USA sowie eine US-Missionarin an, die für die Desinfektion von Schutzanzügen in einem Krankenhaus in Monrovia zuständig war.

Todesopfer auch in Megacity Lagos
Auch die nigerianische Zehn-Millionen-Metropole Lagos bestätigte den ersten Ebola-Toten. Nach Angaben der Behörden war der Mann aus Liberia eingereist. Daraufhin stellte die nigerianische Fluggesellschaft Arik alle Flüge nach Liberia und Sierra Leone ein, alle Flughäfen und Häfen wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde WHO haben sich bisher rund 1.100 Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert, mehr als 660 starben an der Krankheit. Die Todesrate liegt derzeit bei rund 60 Prozent.

Das Ebola-Virus wurde 1976 erstmals in Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, entdeckt. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Virus-Stämme, drei können bei Menschen tödlich verlaufen. Die Infizierten leiden an plötzlichem hohen Fieber, Erbrechen, Durchfall und starken Schmerzen. In schweren Fällen kommt es zu Blutungen und sogar Organversagen. Eine Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten eines Infizierten.

Keine Therapie
Eine Therapie gegen Ebola gibt es bisher nicht. Nach Angaben von Experten kann die richtige symptomatische Behandlung der Patienten - unter anderem mit Paracetamol gegen Fieber, Antibiotika gegen Folgeerkrankungen und Maßnahmen gegen Dehydrierung - die Überlebenschancen aber steigern.

Die WHO rief alle Betroffenen auf, sich bei ersten Symptomen so schnell wie möglich bei den zuständigen Stellen zu melden. "Die Botschaft, dass sich Ebola nicht behandeln lässt, muss aufhören", forderte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic. "Je früher sich die Kranken behandeln lassen, desto größer ist ihre Überlebenschance - und die Chance, dass sie ihre Angehörigen nicht anstecken."

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