Sohn will „Frieden“

Steirerin tot nach OP: Ermittlungen gegen Ärztin

Steiermark
08.05.2026 05:00

Gegen eine steirische Medizinerin wird wegen grob fahrlässiger Tötung ermittelt. Sie soll Christine F. (57) nicht rechtzeitig behandelt haben, die Frau starb im Spital. Ihr Sohn trauert und stellt sich Fragen über Fragen.

Es sollte eine Routine-OP sein – und endet in einer Tragödie! „Meiner Mutter hätte ein Stent eingesetzt werden sollen“, erzählt Sohn Christian. Dass seine Mama zwei Tage später – am 22. März 2025 – tot war, kann er bis heute noch nicht realisieren.

Der Eingriff an sich verlief ohne Komplikationen. Doch im Überwachungszimmer des LKH Hochsteiermark ging es ihr plötzlich rapide schlechter. Die Ursache des Kreislaufversagens, dass die Patientin nach innen ins Becken blutete, soll von der diensthabenden Ärztin erst ein bis zwei Stunden später erkannt worden sein.

Verdächtige Ärztin nicht mehr im Dienst
Eine Not-OP war zu spät: „Man sagte, sie wird die Nacht nicht überstehen. Mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen“, berichtet Christian. Am Sterbebett zündeten Mitarbeiter ein Teelicht an und übergaben ihm ein Beileidschreiben: „Obwohl sie da noch lebte“, beschreibt er die Situation. Etwa eine Stunde nach Mitternacht verstarb sie an einem Multiorganversagen.

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Als ich im Spital angerufen habe, hieß es, sie werde obduziert, ich müsse für weitere Auskünfte den ,Auftraggeber‘ kontaktieren.

Der irritierte Sohn der Verstorbenen

Dass gegen die Ärztin seiner Mutter ermittelt wird, musste der hinterbliebene Sohn aber selbst herausfinden: „Die Bestattung hat mir mitgeteilt, dass wir die Beerdigung verschieben müssen, da meine Mama nicht freigegeben wird. Als ich im Spital angerufen habe, hieß es, sie werde obduziert, ich müsse für weitere Auskünfte den ,Auftraggeber‘ kontaktieren“, schildert der irritierte Sohn. Via Med Uni Graz kam er wiederum an die Staatsanwaltschaft Leoben.

„Dort musste ich Akteneinsicht beantragen. Die habe ich einen Tag später aber bereits erhalten. Dann habe ich gelesen, dass wegen grob fahrlässiger Tötung ermittelt wird. Ich konnte es einfach nicht glauben!“, erzählt der Steirer, der nun von der bekannten Anwältin Karin Prutsch-Lang vertreten wird.

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Das gefäßchirurgische Gutachten zeigt ein Fehlverhalten auf. Seitens der Staatsanwaltschaft wird das weitere Vorgehen nun geprüft.

Viktoria Steinecker, Staatsanwaltschaft Leoben

Spital erstattete Strafanzeige
Viktoria Steinecker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Leoben, bestätigt auf Anfrage der „Krone“ das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung und begründet dieses: „Das gefäßchirurgische Gutachten zeigt ein Fehlverhalten auf. Seitens der Staatsanwaltschaft wird das weitere Vorgehen nun geprüft.“ Reaktion der Kages: „Das LKH Hochsteiermark hat unverzüglich nach Bekanntwerden der relevanten Informationen eine Sachverhaltsdarstellung bei der zuständigen Staatsanwaltschaft eingebracht und kooperiert umfassend mit den Ermittlungsbehörden. Weiters kann mitgeteilt werden, dass die beschuldigte Person nicht mehr in einem Dienstverhältnis zur Kages steht.“

Für Sohn Christian ist jedoch klar: „Ich kann meinen Frieden erst finden, wenn ich absolute Klarheit über alles habe. Das darf einfach nicht unter den Tisch gekehrt werden.“ Dem trauernden Mann steht also noch ein langer, steiniger Weg bevor.

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