Die massive und anhaltende Dürre setzt den heimischen Bauern zu! Die Vertreter der heimischen Landwirte sprechen über erste Ernteausfälle und eine extrem angespannte Lage.
Kärnten hat nicht nur mit Wasserknappheit zu kämpfen, sondern auch mit Trockenheit in der Landwirtschaft und extremen Ertragsverlusten. „Wenn es nicht mehrere Tage hinweg regnet, steuern wir auf eine Katastrophe zu“, alarmiert Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber.
Der Boden ist staubtrocken. „Es braucht bis zu 50 Liter Wasser pro Quadratmeter. Passiert das nicht, müssen wir mit Ernteausfällen von 20 bis 70 Prozent rechnen“, sagt Pflanzenbaudirektor Erich Roscher. Alleine im April habe es bis zu 85 Prozent weniger geregnet als im Durchschnitt.
„Habe so etwas noch nie erlebt“
Selbst Josef Eschenauer hatte in 39 Jahren als Bauer noch nie mit solch einer lang anhaltenden Trockenheit im Frühjahr zu kämpfen. „Meine Rinder kann ich nur kurz auf der Weide lassen, weil die innerhalb kürzester Zeit abgegrast ist. Auch das Wintergetreide ist extrem schwach. Normalerweise nimmt es die Feuchtigkeit des Winters mit – aber auch diese blieb aus. Aktuell hat das Getreide eine Höhe von 45 Zentimeter. Normal wäre 80 Zentimeter!“
Doch auch das Grünland, das rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmacht, leidet: Teilweise fällt bereits der erste Grasschnitt aus, von bis zu minus 80 Prozent ist die Rede. „Uns geht das Futter aus. Wir steuern auf eine massive Knappheit zu. Die Erträge werden weit unter dem langjährigen Durchschnitt liegen“, sagt Grünlandexperte Hans Egger.
Viele Bauern lagern noch Futter aus den Vorjahren, wo es gute Erträge gab. „Wir gehen davon aus, dass einige Bauern ihr Futter verkaufen werden, um anderen auszuhelfen.“
Leute füllen Pools auf, anstatt Wasser zu sparen! Wir befinden uns in einer Extremsituation, die wir so noch nie erlebt haben!

Siegfried Huber, LK-Präsident
Bild: Elisa Aschbacher
Um dem Mangel etwas entgegensteuern zu können, fordern Bauernvertreter die EU auf, Biodiversitätsflächen zur Nutzung freizugeben. Weide- oder Futternutzung sind auf diesen Flächen verboten oder eingeschränkt: „Diese 9000 Hektar brauchen wir jetzt.“
Bewässerungsschiene andenken
Wenn die Trockenheit weiter anhält, bräuchte es laut Huber eine Bewässerungsschiene. „In 20 Jahren werden wir ein Klima wie in Italien haben. Spätestens dann werden wir ohne Bewässerung nicht mehr auskommen. Die geplante Wasserschiene im Zentralraum sollen wir zum Anlass nehmen, auch eine Bewässerungsschiene für die Landwirtschaft anzudenken.“
Aber schon jetzt kämpfen einige Bauern mit Wasserknappheit. „In Unterkärnten müssen Feuerwehren ausrücken und Landwirte mit Wasser versorgen!“
Durstige Wälder, trockene Almen
Durstig sind auch die durch den Borkenkäfer geschwächten Wälder. „Die Bäume kämpfen um ihr Leben! Und wie man am Pollenflug erkennen kann, befinden wir uns heuer in einem Samenjahr. Genau da braucht es Niederschlag.“
Auch wie es um die Almsaison steht, ist fraglich. „Dort ist alles braun, der Schneefall ist im Winter deutlich geringer ausgefallen. Die Wasserversorgung für Weidevieh ist aktuell kaum gegeben, Quellen sind versiegelt“.
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