Sa, 23. Juni 2018

Gaza-Konflikt

17.07.2014 19:08

Befristete Waffenpause zu Ende - wieder Angriffe

Nicht lange gab es am zehnten Tag der israelischen Offensive im Gazastreifen Hoffnung auf einen zumindest vorübergehenden Stopp des Blutvergießens. Eine auf fünf Stunden befristete, humanitäre Waffenruhe hat Donnerstag früh um 9 Uhr (MESZ) begonnen. Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas hatten einer entsprechenden UN-Initiative zugestimmt. Militante Palästinenser feuerten allerdings bereits kurz nach Beginn der Waffenruhe drei Mörsengranaten Richtung Israel ab.

Laut Angaben der israelischen Armee wurde die befristete Waffenruhe am Vormittag von den Palästinensern gebrochen. Drei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Mörsergranaten seien im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen, bestätigte eine Armeesprecherin in Tel Aviv entsprechende Medienberichte. Es habe weder Opfer noch Sachschaden gegeben. Nach Auslaufen der Feuerpause flog die israelische Armee ebenfalls wieder Einsätze im Gazastreifen.

Der UN-Nahostgesandte Robert Serry hatte die Feuerpause angeregt, damit sich die Bevölkerung im Gazastreifen mit Hilfsgütern und Lebensmitteln versorgen kann. Eine Feuerpause sei im Interesse aller Bewohner des Gazastreifens. So hätten sie die Möglichkeit, sich im Krankenhaus behandeln zu lassen oder sich Lebensmittel zu besorgen.

Zahlreiche Luftangriffe vor der Feuerpause
Kurz vor Beginn der angekündigten Feuerpause bombadierte die israelische Luftwaffe noch einige Ziele im Gazastreifen. Bei einem Angriff am frühen Donnerstagmorgen seien mindestens ein Palästinenser getötet und zwei weitere verletzt worden, teilten palästinensische Rettungskräfte mit. Nach Angaben einer Armeesprecherin wurden zwischen Mitternacht und 9 Uhr insgesamt 37 Luftangriffe geflogen. Die Hamas schoss demnach sieben Raketen auf Israel ab. Vier seien auf Feldern eingeschlagen und drei von der israelischen Luftabwehr abgefangen worden.

Israels Armee: Anschlag an Grenze verhindert
Israels Armee verhinderte zudem nach eigenen Angaben kurz vor der befristeten Waffenruhe einen größeren Anschlag an der Grenze zum Gazastreifen. 13 schwer bewaffnete Hamas-Kämpfer seien durch einen Tunnel etwa 250 Meter weit nach Israel vorgedrungen, sagte Armeesprecher Peter Lerner am Donnerstagmorgen. Die israelische Luftwaffe habe angegriffen und damit eine mögliche Attacke auf den nahe gelegenen Kibbuz Sufa verhindert. Bei der Militäraktion habe es mehrere Opfer unter den Palästinensern gegeben, die unter anderem mit Panzerfäusten bewaffnet waren. "Dies hat keine Auswirkungen auf die geplante Waffenruhe", fügte Lerner hinzu. Die Hamas wiederum behauptete, dass der Trupp vollständig und unversehrt zurückgekehrt sei, nachdem er seine Mission erfüllt habe und unter feindliches Feuer geraten sei.

Vier Kinder bei Angriff auf Strand gestorben
Am Mittwoch waren durch israelische Angriffe auf Ziele im Gazastreifen mehr als 20 Palästinenser getötet worden, darunter acht Kinder. Vier Kinder starben bei Angriffen auf den Strand von Gaza. Nach dem Vorfall kündigte das israelische Militär eine Untersuchung des Vorfalls an. Der Angriff werde "gewissenhaft" geprüft, so die Armee. Der Vorfall sei "tragisch" und Israel habe nicht die Absicht, Zivilisten zu schaden, die von der radikalislamischen Hamas in den Konflikt mit hineingezogen würden.

Nach ersten Erkenntnissen seien "Terroristen der Hamas" das eigentliche Ziel gewesen, erklärte das israelische Militär. Die vier Kinder waren bei Angriffen auf den Strand von Gaza getötet worden. Weitere verletzte Kinder schleppten sich in ein nahe gelegenes Hotel, das von Journalisten genutzt wird.

Bereits mehr als 230 Tote im Gazastreifen
Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen war am zehnten Tag der israelischen Offensive in dem Palästinensergebiet auf über 230 gestiegen. 1.700 weitere Menschen wurden verletzt, wie der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste am Donnerstagmorgen mitteilte. Auf israelischer Seite war ein Mensch bei einem Angriff mit Mörsergranaten aus dem Gazastreifen getötet worden.

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