Mi, 18. Juli 2018

Laut Armee:

10.07.2014 08:37

Palästinenser feuerten Raketen auf Atomanlage

Palästinensische Extremisten haben nach Angaben der israelischen Armee erstmals auch Raketen auf einen Atomreaktor in der Stadt Dimona abgefeuert. Insgesamt seien drei Raketen abgeschossen worden, erklärten die Streitkräfte am Mittwoch. Schäden oder Verletzte habe es nicht gegeben. Das Kraftwerk liegt in der Negev-Wüste, rund 80 Kilometer südöstlich des Gazastreifens.

Eine Rakete habe erfolgreich vom israelischen Schutzsystem "Eiserne Kuppel" abgefangen werden können. Die beiden anderen seien in offenem Gebiet niedergegangen und hätten keine kritische Infrastruktur getroffen, hieß es weiter.

Der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, die Essedin-al-Kassam-Bridgaden, erklärte, er habe drei Raketen vom Typ M75 auf Dimona abgefeuert. Es handelt sich dabei um Geschosse, die im Gazastreifen selbst hergestellt werden und eine Reichweite von rund 80 Kilometern haben.

Israel hat zwei Atomreaktoren, einer steht in Dimona, der andere in einer Forschungseinrichtung in Nahal Sorek westlich von Jerusalem. Das Land gilt schon lange als Atommacht und verfügt Expertenschätzungen zufolge über etwa 200 Atomsprengköpfe.

Die israelische Regierung lehnt aber eine offizielle Stellungnahme zu der Frage ab. Israelische Wissenschafter und Politiker fordern schon seit Langem die Schließung der rund 50 Jahre alten Anlage in Dimona, weil sie durch ihr Alter ein erhöhtes Unfallrisiko aufweisen könnte.

Gewalt eskaliert weiter: Dutzende Palästinenser getötet
Die Gewalt im Nahen Osten ist am Mittwoch weiter eskaliert. Seit Tagen werden aus dem Gazastreifen wieder verstärkt Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert. Israelische Opfer wurden bisher noch nicht vermeldet. Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen wurden bereits mehr als 75 Menschen getötet - darunter auch viele Frauen und Kinder. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas beschuldigte daher die israelische Regierung des Völkermordes (siehe auch Infobox).

Israels Umweltminister Gilad Erdan, ein Mitglied des Sicherheitskabinetts, sagte, die Armee stehe für eine Bodenoffensive bereit, 40.000 Reservisten seien mobilisiert worden. Israelische Panzer bezogen im Süden des Landes an der Grenze zum Gazastreifen Stellung. Vizeverteidigungsminister Danny Danon verlangte, die Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen mit Strom und Treibstoff zu beenden.

Jordanien fordert Ende der "barbarischen Aggression"
Das Nachbarland Jordanien forderte den sofortigen Stopp der "barbarischen Aggression" Israels. Ägypten forderte beide Seiten zum Ende der Gewalt auf. Ein Sprecher des Außenministeriums dämpfte zugleich die Hoffnung auf eine Vermittlungsmission Kairos: "Im eigentlichen Sinne des Wortes findet keine Vermittlung statt."

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte in einem Telefonat mit dem israelischen Premier Benjamin Netanyahu "den Raketenbeschuss auf Israel aufs Schärfste", wie am Abend aus Regierungskreisen in Berlin verlautete. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte ein umgehendes Ende des Raketenbeschusses Israels aus dem Gazastreifen. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Der mörderische Raketenbeschuss der Hamas auf israelische Städte muss sofort gestoppt werden." Der Nahe Osten benötige jetzt eine "Koalition der Vernunft".

Hollande sichert Netanyahu "Solidarität Frankreichs" zu
Der französische Präsident Francois Hollande sicherte Netanyahu in einem Telefongespräch die "Solidarität Frankreichs" zu. Es liege an der israelischen Regierung, "angesichts der Bedrohungen alle Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen". Die USA und die EU forderten beide Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Die UN-Botschafter der arabischen Länder forderten eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.