Mord, Rassismus und eine kräftige Portion Undurchsichtigkeit – auch direkt bei der Polizei. Im Schwarzwald-Tatort „Innere Angelegenheiten“ (20.15 Uhr, ORF 2) geht es gar wild zu und das etablierte Ermittlerduo hat gar viel zu tun, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Eine Nacht, wie man sie am liebsten niemals erleben will: In einem Freiburger Club stirbt ein Rocker, der mutmaßliche Täter Ramin Taremi (Omid Memar) wird festgenommen und auf der Inspektion von Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) verhört. Der hält mit seinem Vorhaben nicht lange hinterm Berg und macht unmissverständlich klar, dass er mit dem mutmaßlichen Täter in seiner nächtlichen Ungeduld gerne kurzen Prozess machen würde. Zur gleichen Zeit ist Kollegin Tobler (Eva Löbau) am Tatort und versucht die Slayer- und Guns N’ Roses-hörende Rockermeute am Rachesturm auf den Club zu hindern.
Doch ist man hier überhaupt auf der richtigen Spur? Die sechs Personen starke Bereitschaftspolizei war vor Ort und hat den Einsatz protokolliert, doch es gibt Ungereimtheiten. Man versteckt sich im Mannschaftswagen und versucht unter schwerem Zeitdruck eine gemeinsame Version der Ereignisse zu finden, bevor man den Bericht vervollständigt. Gewissenskonflikte und Streitereien tauchen auf – will man im Bus gar etwas verschleiern?
Budgetär war „Innere Angelegenheiten“ sicher ein Segen, inhaltlich kann der neue Fall der in letzter Zeit oft ausgestrahlten Ermittlungstruppe aus dem Schwarzwald aber nicht in der oberen Liga mithalten. Die Handlung limitiert sich auf eine Nacht und drei Handlungsorte, kann aus diesem Kammerspiel aber niemals den Suspense herausarbeiten, den sich Regisseur Robert Thalheim gewünscht hat.
Mehr oder weniger subtil werden Themen wie Rassismus, toxisches Verhalten innerhalb des Polizeizirkels und Vertrauensmissbrauch thematisiert und obwohl man als miträtselnder Zuseher gegenüber den Protagonisten immer einen Schritt voraus ist, wollen sich weder Empathie mit den handelnden Personen, noch Spannung einstellen. Eine gute Grundidee, die leider mit wenig Verve und zu vielen Klischees inszeniert wurde.
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