Millionen-Steuerbetrug

Ausgeraucht! Finanz sprengt illegale Tschickfabrik

Niederösterreich
15.04.2026 15:54

Mit den steigenden Preisen für Tabakprodukte rauchen auch bei der Zigaretten-Mafia die Maschinen für Schwarzmarkt-Glimmstängel. Jetzt gelang der heimischen Zollfahndung ein riesiger Schlag – acht Millionen Tschick wurden in einer Fälscher-Fabrik im Industrieviertel (NÖ) beschlagnahmt.

Der illegale Markt für getürkte Zigaretten boomt, die EU ist Hauptzielland. Die Gründe für die kriminelle Entwicklung sind Steuererhöhungen und Produktverbote. Seit 2015 hat sich der Anteil von gefälschten Glimmstängeln auf nunmehr 13 Milliarden Stück. Dadurch entgehen natürlich auch dem österreichischen Staat gewaltige Steuereinnahmen …

Jetzt konnte die Zollfahndung eine große illegale Zigarettenfabrik im niederösterreichischen Industrieviertel, nahe der Grenze zum Burgenland, sprengen. Vorausgegangen waren wochenlange Ermittlungen samt Überwachung durch Drohnen auch aus der Luft.

Schwarzmarkt-Glimmstängel am laufenden Band produziert.
Schwarzmarkt-Glimmstängel am laufenden Band produziert.(Bild: BMF)

Involviert in der Kooperation waren auch der slowakische und polnische Zoll. Auf Anordnung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hieß es jetzt Zugriff: Rund 40 Finanzbeamte samt internationaler Ermittler stürmten eine komplett autark betriebene Halle, in der eine voll funktionstüchtige Fabrikationsanlage stand. Inklusive provisorisch und sehr spartanisch eingerichteter Schlafräume für die illegalen Arbeiter.

40 Millionen Tschick schon vor Razzia produziert
Um Lärmbildung zu vermeiden, war die gesamte Halle mit Dämmmaterial ausgestattet. In den Räumen wurden im Akkord 30 Paletten mit rund 40.000 Stangen Filterzigaretten hergestellt, die bereit zur Abholung bereitstanden. Die Tabaksteuer für die acht Millionen Stück beschlagnahmte Glimmstängel beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro, der gesamte Schaden fürs Staatssäckel beträgt mehr als sechs Millionen Euro.

Wie am Fließband lief illegale Produktion gefälschter Zigaretten in der komplett autarken ...
Wie am Fließband lief illegale Produktion gefälschter Zigaretten in der komplett autarken Fabrikshalle.(Bild: BMF)
(Bild: BMF)
In solchen Schlafräumen hausten die illegalen Arbeiter.
In solchen Schlafräumen hausten die illegalen Arbeiter.(Bild: BMF)

Nach bisherigem Ermittlungsstand wird davon ausgegangen, dass in der illegalen Fälscher-Fabrik noch vor der Groß-Razzia bereits mehr als 200.000 Stangen Zigaretten, das sind unglaubliche 40 Millionen Stück, für den europäischen Schwarzmarkt produziert wurden.

Darüber hinaus konnten vor Ort Dutzende Paletten Filterkarton, Filterpapier, Alupapier und professionelle Zigarettenschachtelpackungen von gängigen Marken-Größen. Und: Auf dem Aufleger eines Lkw-Zugs befand sich eine weitere Zigarettenproduktionsmaschine, die offensichtlich von einer zweiten illegalen Fabrik stammte – ebenfalls beschlagnahmt!

Im Interesse ehrlicher Steuerzahler gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug. Illegale Zigarettenhersteller schaden dem Staat und bergen hohes Risiko.

SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer

Dieser Ermittlungserfolg ist ein eindrucksvoller Beweis für die Schlagkraft unserer Justizbehörden.

SPÖ-Justizministerin Anna Sporrer

Am Tatort wurden drei Verdächtige angetroffen und festgenommen. Bei einer Person wurde die Untersuchungshaft verhängt. Indes laufen die Ermittlungen zur Zigaretten-Mafia, die die Fäden im Hintergrund zog, auf Hochtouren. Die Täter haben mit hohen Geldbußen bzw. Haftstrafen bis zu vier Jahren zu rechnen. Für SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer gilt „im Interesse aller ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug“.

Auch die Gesundheitsgefahr für Raucher ist hoch
Illegale Zigarettenherstellung würde dem Staat schaden und berge zudem hohes gesundheitliches Risiko für Raucher. Die rote Justizministerin Anna Sporrer hebt die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaften, Zoll und internationalen Partnern hervor: „Dieser Ermittlungserfolg ist ein eindrucksvoller Beweis für die Schlagkraft der Justizbehörden und ermöglicht es uns, der organisierten Kriminalität entschieden entgegenzutreten.“

Und für ÖVP-Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl sorgt das konsequente Aufdecken von illegalen Strukturen für „faire Wettbewerbsbedingungen“ am Wirtschaftsstandort Österreich.

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