Im Auto "vergessen"

Hitzetod von Baby: US-Vater droht Todesstrafe

Ausland
04.07.2014 07:38
Weil er seinen 22 Monate alten Sohn - mutmaßlich absichtlich - sieben Stunden lang alleine im Auto sitzen ließ und so dessen Hitzetod herbeiführte, droht einem Mann in den USA die Hinrichtung. Die Höchststrafe sei in diesem schwerwiegenden Fall durchaus möglich, sagte Richter Frank Cox bei einer Anhörung am Donnerstag im US-Bundesstaat Georgia. Die Freilassung des 33-jährigen Beschuldigten gegen Kaution lehnte er ab.

Während das Kleinkind angeschnallt auf der Rückbank des aufgeheizten Autos saß, arbeitete Justin Ross Harris (Bild) im Büro. Nach eigener Darstellung hatte er vergessen, den Buben am 18. Juni im Kindergarten abzuliefern, und den Fehler erst nach Dienstschluss bemerkt. Auf der Rückfahrt sei ihm demnach der leblose Körper auch erst nach einigen Minuten aufgefallen, woraufhin er sofort angehalten und Hilfe gerufen habe.

Kind absichtlich im heißen Auto sterben lassen?
Richter Cox äußerte erhebliche Zweifel an dieser Version der Geschichte: Er stellte die Frage in den Raum, wie der Mann in seinen Geländewagen habe steigen und weiterfahren können, obwohl zu diesem Zeitpunkt bei dem Kind bereits die Totenstarre eingesetzt und ein beißender Gestank im Auto geherrscht haben müsse. Außerdem stellte sich im Zuge der Ermittlungen heraus, dass der Beschuldigte vor dem Vorfall im Internet Informationen über ein Leben ohne Kinder und Haftbedingungen in Gefängnissen eingeholt hatte. Darüber hinaus sah er sich Videos über Tiere an, die bei großer Hitze qualvoll im Auto verendeten (mehr dazu siehe Infobox).

Ein Polizist sagte vor Gericht aus, weder der Vater noch die Mutter des Buben hätten nach dessen Tod erkennbare Gefühlsregungen gezeigt. Andere Zeugen wiederum beschrieben den Beschuldigten als liebevollen Vater. Wegen des immensen öffentlichen Interesses an dem Fall wurde die Anhörung am Donnerstag live von mehreren US-Fernsehsendern übertragen.

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