Die Gemeinden geraten finanziell immer stärker unter Druck. Weiz steht vergleichsweise solide da, dennoch startet die Stadt nun einen „Stärkungsprozess“ mit einem externen Partner. Alles soll auf den Prüfstand, das Personal sich dennoch keine Sorgen machen.
„Ihre Sorgen hätten wir gern.“ Diesen bekannten Werbespruch könnte so manchem Bürgermeister in den Sinn kommen, wenn er nach Weiz blickt. Die Bezirkshauptstadt steht finanziell nach wie vor sehr solide da, während viele andere Kommunen in budgetären Nöten sind. Und dennoch trifft die allgemeine Entwicklung auch Weiz: Die Einnahmen stagnieren, die Ausgaben, etwa im Sozialbereich, steigen stark. Der Spielraum für Investitionen verringert sich.
Die sogenannte freie Finanzspritze, quasi das frei verfügbare Kapital, beträgt laut Budgetvoranschlag 2026 etwa vier Millionen Euro. Das klingt positiv, doch Weiz lag zuletzt bei mehr als sieben Millionen Euro. „Deshalb wollen wir rechtzeitig daran arbeiten, Weiz wieder so stark zu machen, wie es einmal war“, betont Bürgermeisterin Bettina Bauernhofer (SPÖ)– „aus einer Position der Stärke heraus“.
Wir spüren die Unsicherheit in der Wirtschaft und wollen jetzt agieren, wo wir aus der Position der Stärke heraus Möglichkeiten zur Gestaltung haben.
Finanzreferent Roman Neubauer
Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen
Bereits vor einem Jahr fiel die Entscheidung, einen sogenannten „Stärkungsprozess“ einzuleiten. Vor wenigen Tagen ist nun der offizielle Startschuss gefallen. Mit im Boot ist das Wirtschaftsprüfungsunternehmen BDO mit Peter Pilz, der schon viele Gemeinden beraten hat. Alle Fraktionen und die Verwaltung sind eingebunden. Bis zum Herbst sollen Ergebnisse vorliegen, die Entscheidung, was umgesetzt wird, liegt dann bei der Politik.
Konkrete Einsparungsziele nennt Bauernhofer im Gespräch mit der „Krone“ nicht. „Es geht nicht um Kürzungen, sondern darum, Einnahmen zu erhöhen, Effizienzsteigerungen zu schaffen und Dinge neu zu denken. Auf jeden Bereich soll genau hingeschaut werden, auch in den ausgelagerten Gesellschaften.
Sorgen beim Personal
Jede Veränderung löst natürlich Ängste aus, gerade bei den unmittelbar Betroffenen, dem städtischen Personal. Bauernhofer will Sorgen entkräften: „Wir werden keinesfalls mit dem Rasenmäher über alles drüberfahren.“ Es gibt also kein pauschales Sparpaket, so das Versprechen.
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