Was gut klingt, wird für die Bauern heuer zur Last: es gibt zu viele Kartoffeln am Markt. Und das in ganz Europa. Allein in Niederösterreich sind von 2025 noch zwischen 6000 und 8000 Tonnen übrig. Was tun?
Fast jeder österreichische Erdapfel stammt vermutlich aus niederösterreichischem Boden. Die Preise für die gelben Knollen sind im Keller. Wegen des Ukraine-Krieges haben viele heimische Bauern schon vor längerer Zeit den Weizenanbau aufgegeben und stattdessen Kartoffeln angepflanzt. Die Ukraine galt immer als „Getreide-Kammer“ der Welt. Die EU ließ – um Importe aus Russland zu vermeiden – bis vor einem Jahr ukrainisches Getreide von Zöllen befreien.
Das schnelle Umdenken der Bauern zur Kartoffel sorgt jetzt aber für mächtig Überschuss: Allein in Niederösterreich meldet die Landwirtschaftskammer zwischen 6000 und 8000 Tonnen aus Niederösterreich, die aktuell nicht am Markt angebracht werden können. Sie bleiben übrig in Lagern weil sie sich kaum gewinnbringend verkaufen lassen.
Zehn Prozent mehr Anbaufläche
Der Preis im Handel liegt derzeit bei nur ein bis zwei Euro pro Kilo – ganz anders als noch vor wenigen Jahren, als Kartoffeln „Mangelware“ waren wegen Schädlingsbefall. Seither ist aber die Anbaufläche um ca. zehn Prozent gewachsen. Auch die Niederschlagsmengen in den vergangenen Jahren seien wohl gut gewesen. Die heimischen Bauern hoffen, dass die Erdäpfel aus dem Vorjahr länger verkauft werden können – denn ab Juni kommen die „Heurigen“ in die Regale.
Allgemein wünscht sich die Landwirtschaft mehr Unabhängigkeit von Importen und einen stärkeren Fokus auf die heimische Landwirtschaft. Der Unabhängige Bauernverband, der gemeinsam mit dem Bauernbund in der Landwirtschaftskammer sitzt, pocht auf eine bessere Herkunftsbezeichnung bei Produkten.
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