40. Geburtstag

Fuchsbartl Banda: Musik mit Herz und ohne Strom

Steiermark
12.04.2026 11:00

Die Fuchsbartl Banda macht Musik wie früher – ehrlich und ohne Verstärker! Nun feiert die Band den 40. Geburtstag.

Die Vergangenheit erlebt ein Comeback: In krisengeprägten Zeiten sehnen sich viele nach einem vermeintlich einfacheren Gestern. Seit Bandgründung im Jahr 1986 sind die Musiker der Fuchsbartl Banda sich treu geblieben. Selbst das Outfit ist keine Mogelpackung. „Wir waren damals die ersten Musikanten, die in langen Lederhosen und mit Hut aufgetreten sind. Ein rustikaler Stil, der damals fast schon aus der Zeit gefallen schien, aber plötzlich zum Trend wurde“, erinnert sich Gründer Albin Wiesenhofer.

So wie ihre Musik: ehrlich, kantig und mit eigenem Klang, den sich die Musiker über die Jahre erarbeitet haben. Bis zu 30 Instrumente schleppen die Musiker mit zu ihren Auftritten. Dudelsack, Drehleier, Schalmei, Schwegelpfeife und Okarina. Mehrstimmig im Gesang und farbenstark im Klang. Kenner hören sofort, wenn die Fuchsbartl Banda spielt.

900 Volksmusikhadern aus dem Gedächtnis
Während vielerorts Technik und Bühnentamtam dominieren, setzen die vier Musiker bewusst auf das Ursprüngliche. Gespielt wird ganz ohne elektronische Hilfsmittel. Ob Wirtshaus-, Wilderer-, Liebes- und Almlieder sowie Jodler. Die 900 Volksmusikhadern werden nicht aus dem Computer, sondern aus dem Gedächtnis abgerufen. Notenblätter? Fehlanzeige. „Wir pflegen die ursprüngliche Volksmusik nicht wie eine Krankheit – wir machen sie einfach.“

Die Fuchsbartl Banda besteht aus Albin Wiesenhofer, Harald Sukic, Wolfgang Weingerl und Clemens ...
Die Fuchsbartl Banda besteht aus Albin Wiesenhofer, Harald Sukic, Wolfgang Weingerl und Clemens Wiesenhofer(Bild: Photoreport Helmut Lunghammer)

Auch der Name hat eine besondere Geschichte: Kein Geringerer als Starkoch Johann Lafer war es, der der Gruppe einst zu ihrem Namen verhalf. Die Anregung einen „g’scheiten Bandnamen“ zu finden, mündete in der Namenstaufe auf „Fuchsbartl Banda“. Ein uralter Begriff für einen geradlinigen Menschen mit Handschlagqualität.

Verlässlichkeit zählt mehr als Sendezeit
Gerade das zeichnet die Gruppe bis heute aus. Verträge? Braucht es nicht. Geld oder große TV-Sendungen stehen nicht im Mittelpunkt. Den Beweis erlebte auch TV- Moderator Franz Posch. Statt in „Mei liabste Weis“ aufzutreten, wurde auf einer Hochzeit gespielt. „Das haben wir den Brautleuten zugesagt und eingehalten“. Verlässlichkeit zählt mehr als Sendezeit.

Neben der Bühne hat sich für die Musiker ein weiterer, berührender Aufgabenbereich entwickelt. Als musikalische Gedächtnis- und Aktivierungstrainer“ unterstreichen die Volksmusikanten eindrucksvoll die mobilisierende Kraft der Musik. Besonders bei Menschen mit Demenz zeigt sich die Kraft der Musik: Während vieles vergessen wird, bleiben Melodien, Rhythmen und Texte oft tief im Langzeitgedächtnis verankert.

Nach 40 Jahren steht fest: Die Fuchsbartl Banda ist weit mehr als nur eine Volksmusikgruppe. Sie ist ein Stück gelebte Tradition – mit Herz, Schmäh und einem Klang, der bleibt.

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