Die Präsidenten der Fußball-Bundesligaklubs Sturm und GAK glauben nicht mehr an eine Lösung der Stadion-Frage vor der Gemeinderatswahl Ende Juni. Die Stadt Graz ortet wiederum beim Land Steiermark eine Spielverzögerung.
Stadt und Land liegen wegen der Finanzierung des Umbaus des Liebenauer Stadions im Clinch. Wie berichtet, wartet man im Rathaus für den Planungsbeschluss auf die definitive Zusage aus der Grazer Burg, dem Sitz von Landeshauptmann Mario Kunasek – dort will man diese aber nicht erteilen, bevor man nicht alle Fakten am Tisch liegen hat. Man dreht sich also wieder einmal im Kreis. Aktuell scheint es demnach mehr als fraglich, ob sich das noch vor der Wahl an 28. Juni ausgeht.
„Die Machbarkeitsstudie soll bis Mai vorgelegt werden, dann befinden wir uns mitten im Wahlkampf. Eine endgültige Entscheidung halte ich daher für unrealistisch“, glaubt Sturm-Präsident Christian Jauk nicht mehr an das erlösende Tor zum Stadion vor dem Urnengang. Ähnlich sieht es sein rotes Pendant René Ziesler: „Mein Glaube daran ist endenwollend.“
Sturm entgehen Einnahmen in Millionenhöhe
Die beiden Klub-Bosse sehen so „den Fußball als Spielball der Politik“. „Und das ist nur in Graz so“, legt Jauk nach. „Uns entgehen durch dieses ewige Hin und Her jährlich Einnahmen in Millionenhöhe. Dabei haben allein wir als SK Sturm in der Vorsaison 30 Millionen Euro an Steuern und Abgaben einzahlen dürfen.“
Ziesler ergänzt: „Ich möchte betonen, dass wir in der Arbeitsgruppe mit den Spitzenbeamten sehr gut zusammenarbeiten. Aber es ist schon witzig, dass in der Politik jetzt vor der Wahl alle einen Stress haben – man hat für eine Lösung ja wirklich lange Zeit gehabt.“
„ÖVP will der Koalition den Erfolg nicht gönnen“
Im Rathaus vermutet man jedenfalls eine Verzögerungstaktik des Landes. „Offenbar will vor allem die ÖVP der Koalition kurz vor der Wahl keinen Erfolg in dieser emotionalen Causa gönnen.“ Der Grazer ÖVP-Chef Kurt Hohensinner will das nicht auf sich sitzen lassen: „Ich würde mir wünschen, dass es endlich eine gute Lösung in der Stadion-Frage gibt. Frau Kahr muss sich entscheiden, wie viel ihr der Fußball und die Grazer Vereine wert sind. Und wenn es ihr etwas wert ist, dann muss sie endlich ein ernsthaftes Projekt mit Betreiberstruktur, Finanzierung und so weiter vorlegen.“
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