Die Zukunft der Mühlkreisbahn nimmt konkrete Formen an: Land Oberösterreich, Bund und ÖBB intensivieren die Verhandlungen über eine Übernahme durch das Land. Gleichzeitig ist klar: Almtalbahn und Hausruckbahn bleiben bei den ÖBB – ihre Weiterführung ist bis 2033 abgesichert.
Auslöser für die Gespräche war der ÖBB-Rahmenplan 2025 bis 2030. Darin hatten die Bundesbahnen angekündigt, schwach ausgelastete Regionalstrecken auf einen möglichen Busbetrieb zu prüfen. In Oberösterreich sorgte das für große politische Aufregung – betroffen waren mit Mühlkreis-, Hausruck- und Almtalbahn gleich drei Verbindungen.
Nun gibt es eine erste Einigung: Ein Memorandum of Understanding wurde am Freitag unterzeichnet. Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) sprach von einer „Mobilitätsgarantie bis ins Jahr 2033“. Für zwei der drei Strecken ist damit die Zukunft vorerst geklärt.
Die Almtalbahn bleibt nicht nur erhalten, sondern wird im Abschnitt zwischen Wels und Sattledt elektrifiziert. Zudem wird die Traunbrücke bei Thalheim erneuert. Ziel ist es, die Strecke attraktiver zu machen und mehr Fahrgäste zu gewinnen.
ÖBB-General Matthä: „Wer Bahn will, muss sie auch nutzen“
Auch die Hausruckbahn bleibt bestehen – allerdings nicht ohne Einschränkungen. Während der nördliche Abschnitt als gut ausgelastet gilt, könnte es im Süden zu einer temporären Umstellung auf Busverkehr kommen. Grund sind mögliche hohe Investitionen, die durch künftige Infrastrukturprojekte rasch wieder überholt wären.
Mit der Vereinbarung sichern wir die Zukunft des regionalen öffentlichen Verkehrs in OÖ und schaffen die Basis für deren gezielte Weiterentwicklung.

Verkehrsminister Peter Hanke, SPÖ
Bild: Martin A. Jöchl
ÖBB-Chef Andreas Matthä machte bei der Präsentation klar, worauf es ankommt: „Wer Bahn will, muss sie auch nutzen.“ Die zuletzt schwachen Fahrgastzahlen seien ein zentraler Faktor in der Bewertung der Strecken.
Offen bleibt hingegen die Zukunft der Mühlkreisbahn. Hier laufen die Verhandlungen über eine Übernahme durch das Land Oberösterreich beziehungsweise die OÖ Verkehrsholding auf Hochtouren. Geprüft werden dabei infrastrukturelle, rechtliche und betriebliche Fragen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Anbindung an die geplante Regional-Stadtbahn Linz. Genau hier könnte die Strecke langfristig an Bedeutung gewinnen.
Die Einbindung der Regional-Stadtbahn, die Weiterentwicklung der Mühlkreisbahn und die Modernisierung bestehender Strecken sind entscheidende Schritte.

Verkehrslandesrat Günther Steinkellner, FPÖ
Bild: Markus Wenzel
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sieht in der Vereinbarung ein „starkes Bekenntnis zum Standort Oberösterreich“. Man investiere bewusst in die Schiene, um Pendler zu entlasten und den Wirtschaftsraum zu stärken. Für Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) ist die Sicherung der Regionalbahnen zudem eine Voraussetzung für neue Mobilitätskonzepte – etwa die Verknüpfung mit autonomen Zubringersystemen aus dem ländlichen Raum.
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