Der Panther ziert das steirische Landeswappen, Hausfassaden, Strickpullover und den Unterarm von Designerin Lena Hoschek. Aber wieso? Wir haben anlässlich des Josefitags nachgefragt.
Man stelle sich ein Schlachtfeld im zwölften Jahrhundert vor. Damit Ritter Freund und Feind unterscheiden konnten, brauchten sie Wappen. Markgraf Otakar III. der Steiermark (1129-1164) schmückte sein Wappen mit einem Panther. Ab 1160 gibt es dafür Belege auf Siegeln und Urkunden.
„Der Panther ist ein Fabelwesen“, erklärt Gernot Obersteiner. Der Direktor des Landesarchivs ist auch Landesheraldiker – er erstellt etwa neue Wappen für Gemeinden, wenn sie zusammengelegt werden. „Er ist ein All-Tier aus mehreren Bestien, das aus dem Naturkundewerk ,Physiologus‘ übernommen wurde“, sagt Obersteiner. Darin heißt es, der Panther käme nach drei Tagen Ruhe aus einer Höhle hervor, stieße einen Schrei aus und verströmte einen Duft aus seinen Körperöffnungen, der alle Tiere außer den Drachen anzog. „Man sah darin ein Zeichen für den auferstandenen Christus.“
Nach 1180, als die Steiermark zum Herzogtum wurde, ging das Wappen auch auf andere Würdenträger über. „Einer davon war Herrand von Wildon“, sagt Obersteiner – ihm verdanken wir, dass die Steiermark heute weiß-grün als Landesfarben hat, denn das war die Farbkombination seiner Familie. Ursprünglich war der Panther wohl aus Zobel-Fell auf Hermelin und mit Edelsteinen geschmückt, also schwarz-weiß.
Panther verlor drei von vier Flammen
Im 16. Jahrhundert bekommt der Panther seine Flammen, die heute noch aus seinem Rachen züngeln. „Er steht als Zeichen für das unüberwindliche, christliche Land“, erklärt Obersteiner. Damals kamen sie allerdings aus allen Körperöffnungen. Im Wappen der Stadt Graz, das fast identisch aussieht, kann man das heute noch sehen – der steirische Panther verlor in den 1920er-Jahren aber die Flammen aus seinem Ohr, seinem Penis und seinem Po. Seit 1936 Jahren sieht das Wappen genauso aus wie heute.
Auf den ersten Blick schauen die Panther übrigens nach links – in der Heraldik ist jedoch alles spiegelverkehrt, sagt Obersteiner. „Rechts ist die gute Seite, deswegen schauen sie nach rechts.“ Nur an der Fassade des Zeughauses schaut ein Panther tatsächlich nach rechts. „Das liegt daran, dass das Landhaus rechts des Zeughauses ist und er den Adeligen dort nicht den Rücken zukehren sollte.“
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