Hohe Verletzungsgefahr

Nachtfahrverbot für Mähroboter könnte Igel helfen

Tierecke
14.04.2026 11:04
Porträt von Tierecke
Von Tierecke

Es herrscht Frühlingsstimmung im Land und allerorts wird wieder fleißig im Garten gearbeitet. Oder man lässt arbeiten, denn mit einem Mähroboter hat man die ständige Rasen-Trimmung aus dem Kopf. Doch einigen Hobby-Gärtnern dürfte nicht bewusst sein, welche Risiken diese Bequemlichkeit für so manche Tiere hat. 

Vorsichtig tappt der Igel auf Nahrungssuche in der Dämmerung durch den Garten. Er ahnt nicht, dass hinter ihm leise surrende Klingen lauern. Sekunden später wird er von einem Mähroboter erfasst – eine Begegnung, die für das kleine Tier oft tödlich endet. Für Menschen wirkt ein perfekt gemähter Rasen harmlos, für Wildtiere wie Igel, Frösche oder Insekten kann er eine tödliche Falle sein.

Igel sind nachtaktiv und bleiben bei Gefahr oft regungslos stehen, um Raubtieren zu entgehen – genau das macht sie für Mähroboter besonders verletzlich. Die motorisierten „Gartenhelfer“ können mit ihren Rotorblättern nämlich schwere Verletzungen verursachen, von denen sich die Tiere nur selten erholen.

Nach dem Winterschlaf sind die Igel nun auf Nahrungssuche und treffen im Garten oftmals auf ...
Nach dem Winterschlaf sind die Igel nun auf Nahrungssuche und treffen im Garten oftmals auf Mähroboter – eine schicksalshafte Begegnung.(Bild: Sebastian - stock.adobe.com)

Nicht in der Nacht mähen!
Auch Amphibien, Jungvögel oder Insekten werden von den Geräten überrascht und zerhäckselt. Experten warnen: Jeder Garten, der rund um die Uhr automatisiert wird, kann für Wildtiere zur Todeszone werden. „Es ist ein einfacher Schritt, Geräte nachts oder während der Dämmerung abzudrehen, so lassen sich viele Unfälle verhindern“, sagt der Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins Alexios Wiklund.

Ein Kompromiss für Gartenbesitzer lässt sich finden: Geräte sollten freiwillig nur tagsüber eingesetzt werden, wenn Licht und Sichtverhältnisse optimal sind, aber die Mittagshitze vermieden wird, um Rasen und Tierwelt nicht zusätzlich zu belasten. So können Gärten gepflegt werden, ohne dass Tiere unnötig in Gefahr geraten.

Tipps für igelfreundliche Gärten

  • Mähroboter nachts und in der Dämmerung abschalten
  • Laub- und Reisighaufen als Unterschlupf stehen lassen
  • Wilde, ungemähte Bereiche zulassen
  • Heimische Sträucher und Pflanzen fördern
  • Kleine Wasserstellen für Tiere bereitstellen

Nicht alles muss perfekt sein
Wer seinen Garten igelfreundlich gestalten möchte, sollte auf wilde Ecken setzen: Laubhaufen, dichte Sträucher oder ungemähte Bereiche bieten Nahrung und Schutz. Ein perfekt gestutzter Rasen mag sauber wirken, ist für Wildtiere jedoch eine ökologische Wüste. 

Weniger Mähen, mehr Vielfalt – das rettet Leben. Mit einfachen Maßnahmen können Gartenbesitzer sicherstellen, dass Igel, Frösche und Insekten den Frühling überleben und den Garten als sicheren Lebensraum nutzen. Jeder kleine Schritt zählt, um unsere heimische Tierwelt zu schützen.

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