Nach dem 2. Weltkrieg versuchten Tausende europäische Juden nach Israel oder Amerika zu gelangen. Der Weg führte sie oft zu Fuß über die Alpen in Tirol und Salzburg. Eine Ausstellung erzählt davon.
Sie hatten alles verloren, viele ihrer Familienmitglieder waren von den Nazis ermordet worden, sie litten unter dem Trauma der Verfolgung – und sie wollten nur noch weg.
Als „Displaced Persons“ machten sich nach dem Zweiten Weltkrieg Tausende europäische Jüdinnen und Juden auf den Weg, um eine neue Heimat zu finden. Amerika und Israel waren vorrangige Ziele. Die zionistische Fluchthilfeorganisation Bricha („Flucht“ auf hebräisch) organisierte den Weg über das Hochgebirge in Salzburg und Tirol.
Gefährlich und mit Ausgrenzung konfrontiert
Eine Wanderausstellung, die bis 26. März an der Uni Innsbruck zu sehen ist, erinnert an die jüdische Flucht über den Krimmler Tauern (Salzburg). Die Ausstellung erzählt von den beschwerlichen Märschen in den Nachkriegswirren. Jüdinnen und Juden waren immer noch mit zum Teil massiver Ausgrenzung konfrontiert. In Tirol ging die französische Besatzung ab einem gewissen Zeitpunkt rigoroser gegen die illegalen Flüchtlingstransporte vor. Die Innsbrucker Professorin Eva Pfanzelter wird im Rahmen der Ausstellung am 24. März über den herausfordernden Weg von Tirol nach Bari berichten.
Andere Route, weil es in Tirol schwierig wurde
Die Bricha konzentrierte sich in der Folge vermehrt auf die beschwerliche Route über den Krimmler Tauern. Im Sommer 1947 wanderten laut Schätzungen bis zu 8000 Menschen über diese Strecke von Saalfelden zum Krimmler Wasserfall, weiter zum Krimmler Tauernhaus und über die Berge ins Südtiroler Ahrntal.
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