Personale in Wiesbaden

Eine deutsche Kathedrale für Wolfgang Hollegha

Steiermark
15.03.2026 18:00

Wolfgang Hollegha (1929-2023) war einer der konsequentesten österreichischen Künstler der Nachkriegszeit. Auf seinem Hof am Rechberg bei Graz schuf er ein einzigartiges Lebenswerk. Mit „Denk nicht, schau!“ zeigt das Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden nun die erste große Hollegha-Personale in Deutschland.

„Ich fühl‘ mich grad wie Indiana Jones, ich hab‘ eine echte Entdeckung gemacht“, sagt Comedian und Kunst-Influencer Jakob Schwerdtfeger im Image-Video, dass das Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden für seine aktuelle Ausstellung in Auftrag gegeben hat. Im Zentrum der Schau, über die Schwertfeger spricht, steht das Werk von Wolfgang Hollegha. „In Deutschland war es bis jetzt nur echten Kennern bekannt, wir wollen das ändern“, gibt Museumsdirektor Oliver Kornhoff die Stoßrichtung vor.

Dabei stand Hollegha bereits in den 1950ern am Beginn einer großen Karriere. In New York arbeitete er im Umfeld bedeutender Zeitgenossen, wurde von den wichtigsten US-Kritikern der Zeit als künftiger Star gehandelt, erhielt einige der wichtigsten Kunstpreise. Doch Hollegha zog sich auf den Rechberg bei Graz zurück und schuf hier ein eizigartziges Werk.

Hollegha in seinem Atelier am Rechberg bei Graz
Hollegha in seinem Atelier am Rechberg bei Graz(Bild: Jürgen Radspieler)

„Für mich ist Wolfgang Hollegha die steirische Größe nach 1945 – gerade weil er in gewisser Weise so wenig österreichisch wirkt. Diese Großformate, diese Freiheit und diese unglaubliche Lockerheit in der Malerei – das war bei Hollegha etwas völlig Neues“, sagt Günther Holler-Schuster, Kurator der Neuen Galerie Graz, die Hollegha im Vorjahr eine große Schau widmete und der auch als Berater für die Schau in Wiesbaden tätig war.

Eine Kathedrale für Holleghas Großformate
Das erst vor Kurzem eröffnete Privatmuseum des deutschen Industriellen Reinhard Ernst in Wiesbaden bietet zwei Dinge, die der Neuen Galerie nicht zur Verfügung standen: Kathedralenhafte Ausstellungsräume, in denen auch Holleghas Großformate Platz finden. Und eine Dauersammlung in der sich Werke von Holleghas New Yorker Weggefährten wie Helen Frankenthaler, Morris Louis und Jackson Pollock finden. „Holleghas Werk ist ohne Zweifel in einer Liga mit diesen Namen“, sagt die Wiesbadener Kuratorin Lea Schafer.

Steirische Delegation in Wiesbaden: Aufsichtsratsvorsitzender Universalmuseum Joanneum Siegfried ...
Steirische Delegation in Wiesbaden: Aufsichtsratsvorsitzender Universalmuseum Joanneum Siegfried Nagl, die beiden Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum Josef Schrammel und Marko Mele, Kuratoriumsvorsitzender Universalmuseum Joanneum Hermann Schützenhöfer, Kuratorin MRE Lea Schäfer, Kurator der Neuen Galerie Graz Günther Holler-Schuster, Sonja Ernst, Genussbotschafter Johann Lafer, Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl, Sammler Reinhard Ernst, Daniel Hollegha, Direktor MRE Oliver Kornhoff (von links)(Bild: Marc Jacquemin | Photography)

Über diese große Wertschätzung des Werkes  freut sich auch Holleghas Sohn Daniel, der für die Eröffnung extra aus Madrid angereist war: „Mein Vater hat den Erfolg nie gesucht. Aber es ist schön, wie sein Werk hier gewürdigt wird“, sagt er zur „Krone“. Es ist eine Freude, die auch eine große steirische Delegation bei der Eröffnung teilte – angeführt von Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl, der die Ausstellung bei seiner Eröffnungsrede als „kulturellen Brückenschlag zwischen Hessen und der Steiermark“ bezeichtete. 

Auf jeden Fall wird diese Schau den Wert Wolfgang Holleghas in der internationalen Wahrnehmung, aber auch am internationalen Kunstmarkt steigern – zu Recht, denn wie die Schau in Wiesbaden (nach jener in Graz) eindrucksvoll beweist, hat Hollegha mit seinen Bildern zeitlose Werke geschaffen, die das Publikum fesseln.

Die Reise zur Eröffnung nach Wiesbaden erfolgte auf Einladung 
von Land Steiermark und Universalmuseum Joanneum.

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