Die aktuellen AMS-Zahlen zum Lehrstellenmarkt haben österreichweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Wort „Lehrstellenlücke“ machte die Runde. Doch ein genauer Blick zeigt: In Tirol ist die Situation eine andere – hier gibt es für junge Menschen weiterhin zahlreiche Lehrstellen.
Mit Ende Februar standen in Tirol 2381 offenen Lehrstellen nur 534 Lehrstellensuchenden gegenüber. Besonders deutlich wird die Lage bei den sofort verfügbaren Stellen: 1169 freie Lehrplätze treffen auf 465 Jugendliche, die aktuell eine Lehrstelle suchen. Anders gesagt: Für viele junge Menschen stehen in Tirol die Chancen auf eine Lehrstelle derzeit sehr gut. Wer motiviert ist und sich engagieren will, findet zahlreiche Möglichkeiten für den Einstieg ins Berufsleben.
Qualität entsteht nur dort, wo gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten.

David Narr
Bild: Christof Birbaumer
Betriebe setzen trotz Krise auf Ausbildung
Das liegt auch daran, dass Tirols Unternehmen trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten weiterhin intensiv auf Ausbildung setzen. Sie wissen: Wer morgen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben will, muss heute ausbilden. Jahr für Jahr beantragen rund 300 bis 400 Betriebe erstmals eine Ausbildungsberechtigung. Viele Betriebe würden gerne Fachkräfte ausbilden – doch oft fehlt es schlichtweg an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern.
Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorhanden sind, kann kein Lehrverhältnis entstehen. Betriebe können das fachliche Niveau ihrer Ausbildung schließlich nicht absenken, nur um eine Lehrstelle zu besetzen. Denn am Ende erwarten Kundinnen und Kunden zu Recht höchste Qualität. Und diese Qualität entsteht nur dort, wo gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten.
In diesen Bereichen ist Einstieg leicht
Besonders gute Einstiegsmöglichkeiten gibt es derzeit im Tourismus, im Handel und in vielen gewerblich-technischen Berufen. Für engagierte Jugendliche eröffnen sich damit konkrete Perspektiven – oft schon mit der Aussicht auf eine fixe Stelle im Anschluss. Viele Ausbildungsbetriebe setzen verstärkt auf Qualität – mit zusätzlicher Lernunterstützung, Weiterbildungsangeboten für Lehrlinge, Schulungen für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Angeboten zur persönlichen Entwicklung.
In Tirol steht die Fachberufslehre nach wie vor sehr hoch im Kurs.

David Narr
Bild: Christof Birbaumer
Starkes Fundament am Arbeitsmarkt
Die duale Ausbildung ist und bleibt ein starkes Fundament unseres Arbeitsmarktes. Sie verbindet Praxis im Betrieb mit Theorie in der Berufsschule und vermittelt genau jene Fähigkeiten, die Betriebe brauchen. Gleichzeitig hat sich die Fachberufslehre in den letzten Jahren stark weiterentwickelt: neue Berufsbilder, moderne Technologien und zusätzliche Karrierewege – von der Lehre mit Matura bis zur Höheren Beruflichen Bildung. Viele Jugendliche und Eltern wissen allerdings noch immer zu wenig über diese Möglichkeiten.
Fachberufslehre hoch im Kurs
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Fachberufslehre mehr denn je. Wer praktisch arbeitet, Verantwortung übernimmt und sich weiterbildet, hat heute beste Chancen auf einen sicheren und spannenden Berufsweg.
Somit gibt’s eine gute Nachricht zum Schluss: In Tirol steht die Fachberufslehre nach wie vor sehr hoch im Kurs. Unsere Betriebe investieren in die Zukunft ihrer Nachwuchskräfte – weil sie wissen, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist.
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