Kolumne von David Narr

Experte sicher: Ohne Handwerk kein Klimaschutz

Tirol
28.02.2026 18:00
Porträt von David Narr
Von David Narr

In seiner neuen Kolumne in der „Tiroler Krone“ spricht der Tiroler Lehrlingsexperte David Narr über das Handwerk und welche Bedeutung dieses auch für den Klimawandel einnimmt.

Wer rettet das Klima? Die UN-Klimakonferenzen? Offenbar nicht. Donald Trump? Ganz sicher nicht. Doch wer dann?

Es sind die vorausschauenden Häuslbauer, die vernünftigen Konsumenten, die verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürger, die in ihrem Umfeld auf das Klima schauen. Das machen nicht alle – aber durchaus viele. Sie achten auf Energieverbrauch, setzen auf regionale Produkte, investieren in Sanierung und haben die Zukunft ihrer Kinder und Enkel im Blick. Sie wissen ganz genau: Nachhaltigkeit beginnt nicht in großen Reden, sondern im Alltag. Dort, wo Entscheidungen getroffen werden, die nicht spektakulär sind, aber langfristig wirken.

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Jede korrekt installierte Wärmepumpe, jede sauber montierte Photovoltaikanlage und jede fachgerecht sanierte Wohnung ist ein konkreter Beitrag für das Klima.

Lehrlingsexperte David Narr

Doch selbst dann ist das Klima noch nicht gerettet. Denn jemand muss die Wärmepumpe planen und installieren, die Dämmplatten verlegen, die neuen Wärmeschutzscheiben einbauen. Jemand muss die Haustechnik warten, die Netze anpassen und das E-Auto reparieren. Klimaschutz entscheidet sich auf Baustellen, in Heizräumen, Werkstätten und Betrieben. Dort, wo jemand frühmorgens aufsteht, Material einlädt und Verantwortung übernimmt. Dort, wo nicht diskutiert, sondern gemacht wird. Jede korrekt installierte Wärmepumpe, jede sauber montierte Photovoltaikanlage und jede fachgerecht sanierte Wohnung ist ein konkreter Beitrag für das Klima. Ohne qualifizierte Fachkräfte bleibt jede Klimastrategie ein Papiertiger – egal, wie gut sie formuliert ist.

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Wenn wir unsere größte Zukunftsfrage lösen wollen, brauchen wir nicht nur gute Ziele, sondern vor allem Menschen, die sie realisieren können.

Lehrlingsexperte David Narr

Genau hier kommt die Fachberufslehre ins Spiel. Die duale Ausbildung – Praxis im Betrieb, Theorie in der Berufsschule – ist das Fundament für einen klimafitten Wirtschaftsstandort Tirol. Sie bildet jene Profis aus, die Energiewende, Sanierung und Mobilitätswende in der Realität umsetzen. Die Lehre ist praxiserprobt, erfolgreich und international anerkannt. Sie verbindet Wissen mit Können, Innovation mit Umsetzung. Wenn wir unsere größte Zukunftsfrage lösen wollen, brauchen wir nicht nur gute Ziele, sondern vor allem Menschen, die sie realisieren können. Und das ist zugleich die gute Nachricht für junge Menschen: Fachkräfte werden dringend gebraucht. Karriere mit Lehre war noch nie so attraktiv wie jetzt – und vor allem auch noch nie so sinnvoll.

Klimaschutz geht mit Ausbildung einher
Wer über Klimaschutz spricht, muss daher auch über Ausbildung sprechen. Über verlässliche Rahmenbedingungen für Betriebe, die Lehrlinge einstellen und ausbilden. Über Planungssicherheit für jene, die heute investieren, um morgen Fachkräfte zu haben. Über Wertschätzung für junge Menschen, die sich bewusst für einen handwerklichen oder technischen Beruf entscheiden. Und über eine Politik, die Berufsbildung nicht als Nebenschauplatz, sondern als Schlüssel zur Energiewende versteht.

In den vergangenen Jahren hat sich bei der Fachberufslehre vieles verbessert – moderne Berufsbilder, ein stärkeres Image, neue Karrieremöglichkeiten wie die Höhere Berufsbildung. Aber es bleibt noch einiges zu tun: bei den Zulaufschulen, bei der Berufsorientierung und bei einer fairen, nachhaltigen Finanzierung.

Klimaschutz ist Handwerk. Und Fachberufslehre ist Klimaschutzpolitik. So einfach und wichtig ist das.

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