Heer-Beschaffungschef:

„Beste Chancen“ für Aufträge im Rüstungsbereich

Oberösterreich
13.03.2026 17:15

Der Beschaffungschef des österreichischen Bundesheeres, Harald Vodosek, sieht durch die Investitionen in Verteidigung viel Potenzial für Lieferungen aus Oberösterreich. Schon 80 Betriebe sind Teil der Sicherheits-Allianz, die heimische Unternehmen vernetzen will.

Es gibt viele oberösterreichische Firmen, die bereits in unsere Großsysteme einliefern“, sagt Harald Vodosek, der Beschaffungschef des österreichischen Bundesheeres. In den vergangenen sechs Jahren hat das Heer 7,7 Milliarden Euro investiert, etwa die Hälfte dieser Wertschöpfung blieb in Österreich.

Gar 800 Milliarden Euro will die EU bis 2030 in Verteidigung und Sicherheit stecken. Vodosek sieht darin viel Potenzial: „Große europäische Anbieter sind daran interessiert, in Österreich zu produzieren, weil es ein sicheres, hochtechnologisches und ausgebildetes Land ist.“ Für die hochpräzisen Produkte brauche man Betriebe, die in der Lage seien, solche auch herzustellen – „Oberösterreich hat hier beste Chancen“, sagt Vodosek.

Generalleutnant Harald Vodosek ist Rüstungsdirektor des Bundesheeres.
Generalleutnant Harald Vodosek ist Rüstungsdirektor des Bundesheeres.(Bild: Bundesheer)

„Amerika schützt Europa nicht mehr“
Das wirtschaftliche Potenzial der Aufrüstung will auch die Landesregierung nutzen – deshalb gründete sie im Vorjahr eine „Sicherheits-Allianz“, um Firmen dahingehend zu vernetzen. „Das Interesse ist enorm groß“, sagt Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP). Nach anfangs 20 sind nun bereits rund 80 Unternehmen und Institutionen dabei – etwa Steyr Automotive, Kontron, Rosenbauer oder klassische Rüstungsbetriebe wie Steyr Arms und Rheinmetall.

Wie man politisch rechtfertigt, jetzt aktiv zur lange verpönten Aufrüstung beizutragen? „Amerika schützt Europa nicht mehr, deshalb muss sich Europa selbst darum kümmern“, argumentiert Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). „Und es ist ein wirtschaftliches Wachstumsfeld, wo unsere Unternehmen Aufträge bekommen und damit Arbeitsplätze halten können.“

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