Beschwerdebrief

Fidel Castro fühlt sich schlecht informiert

Ausland
04.06.2014 10:47
Kubas Ex-Präsident Fidel Castro hat sich in einem Brief indirekt beschwert, er werde nicht auf dem Laufenden gehalten. Anlass war der Tod eines prominenten Volleyball-Trainers, zu dessen Begräbnis er keine Blumen geschickt habe, weil er erst zu spät davon erfahren habe, so Castro.

Der Brief Castros wurde auf der Titelseite der kommunistischen Tageszeitung "Granma" gedruckt, wie CNN berichtet. Darin schreibt der ehemalige Staatschef über das Begräbnis des mit 81 Jahren verstorbenen Eugenio George, dem langjährigen Trainer des Frauen-Volleyballteams Kubas, am Samstag: "Viele Genossen haben das Fehlen eines Blumenarrangements von uns bemerkt. Ich habe ihn immer bewundert, aber ich habe erst einige Stunden später von seinem Tod erfahren."

Die Erklärung sei als Beschwerde Castros zu verstehen, nicht auf dem Laufenden gehalten zu werden, glauben Beobachter. In seinen 47 Jahren an der Macht war Castro schließlich dafür bekannt, sich sogar um viele Details in allen Bereichen des Staates selbst zu kümmern. Wegen einer nicht näher benannten Krankheit zog sich Castro 2006 von der Staatsspitze zurück, 2008 übernahm sein Bruder Raul die Präsidentschaft.

Wie es um den Gesundheitszustand Fidel Castros steht, ist seither unklar. 2012 veröffentlichte er eine Reihe von Kolumnen, doch kurz darauf hieß es, er habe keine Zeit mehr dafür. Seit seinem Rücktritt tritt Castro kaum noch in Erscheinung, es existieren nur eine Handvoll Bilder aus den letzten Jahren. Der bolivianische Präsident Evo Morales sagte im Mai gegenüber "Vanity Fair", Castro sei sich "nicht mehr bewusst, was um ihn herum passiert".

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