Der Montafoner Meinrad Juen hat in der NS-Zeit 42 jüdischen Menschen dabei geholfen, in die Schweiz zu fliehen. Als strahlendes Vorbild wird er allerdings dennoch nicht gefeiert – was vor allem daran liegt, dass er sich für seine Dienste bezahlen ließ.
Er hätte ein großer Sohn seiner Heimatgemeinde St. Gallenkirch werden können, aber so richtig viel weiß man mit Meinrad Juen (1886 – 1949) nicht anzufangen. Er war einer von zwei Bauern im Dorf, die den Mut hatten, gegen den Anschluss Österreichs an Nazideutschland zu stimmen. Er hat 42 jüdischen Menschen die Flucht via Gargellen über die Schweizer Grenze ermöglicht und sie dadurch vor der sicheren Auslöschung in den Konzentrationslagern bewahrt. Weshalb tut man sich schwer mit Meinrad Juen? Warum erinnert keine Straße im Montafon an ihn, keine Schule oder etwa ein Gemeindesaal? Lediglich ein kleiner Steinkubus mit seinem eingravierten Namen steht bei der gedeckten Brücke nahe dem „Montafonerhüsle“ in St. Gallenkirch. An dieser sogenannten „Hörstation“ kann man sich via QR-Code in das Leben des Meinrad Juen vertiefen. Daneben steht ein grüner Plastikmülleimer mit Säckchen für Hundekot. Ein nicht eben würdiger Platz für einen Helden.
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