Falsche Krebsdiagnose

Gesunde Gebärmutter entfernt: Nun ermittelt Justiz

Österreich
26.02.2026 05:45

Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung: Im Fall einer 30-jährigen Oberösterreicherin, der nach einer falschen Krebsdiagnose am Kepler Universitätsklinikum die gesunde Gebärmutter entfernt wurde, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Linz.

„Das Schlimmste ist, dass niemand Verantwortung übernimmt. Ich bin keine Zahl, ich bin ein Mensch.“ Das sagte jene Frau, die seit einer fatalen Fehldiagnose am Kepler Uniklinikum Linz ohne Gebärmutter leben muss, als sie Ende Jänner ihre Leidensgeschichte via „Krone“ öffentlich machte.

Eine offensichtlich verunreinigte Gewebeprobe führte im Juli 2025 zu einer falschen Krebsdiagnose. Nach der folgenschweren OP am 5. August ließ man die Patientin wochenlang weiter in dem Glauben, schwer erkrankt zu sein – obwohl sich der Verdacht der Kontamination intern noch im August bestätigen sollte. Erst Mitte September erklärten drei Klinikchefs der Frau in einem persönlichen Gespräch, sie sei gesund. Mehr noch: Sie sei immer gesund gewesen. Und erst im Oktober – mehr als zwei Monate nach dem Eingriff – wurde ihre Krankenakte durch einen Primar elektronisch freigegeben.

„Unbekannte Täter“
Nun hat die Staatsanwaltschaft Linz Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen, wie ein Sprecher der Behörde am Mittwoch bestätigte. Laut Recherchen von „Krone“ und „News“ sind Kriminalisten der Landespolizeidirektion Oberösterreich, Referat Gewalt- und Sexualdelikte, mit den Erhebungen betraut. Vorerst wird gegen „unbekannte Täter“ ermittelt.

Folgenschwere OP: Kriminalisten ermitteln gegen „unbekannte Täter“.
Folgenschwere OP: Kriminalisten ermitteln gegen „unbekannte Täter“.(Bild: Krone KREATIV/Markus Wenzel)

Rainer Hable, der Anwalt des Opfers, war im Spätherbst 2025 mit dem Versuch gescheitert, alle Verantwortlichen an einen Tisch zu bringen. Damals teilte die Oberösterreichische Gesundheitsholding, Träger des Kepler Uniklinikums, schriftlich mit: Die Behandlung sei „nach dem aktuellen medizinischen Standard und lege artis“ durchgeführt worden.

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