Psychiatrie im Fokus

Mord auf Wiener Friedhof: Jetzt geht die Angst um

Wien
26.02.2026 08:00

Nach Festnahme einer erst 14-Jährigen unter Mordverdacht herrscht große Sorge vor Nachahmungstätern im Umfeld der Jugendpsychiatrie in Wien-Penzing. Behörden erklären: „Das war nicht vorhersehbar.“

„Einsperren kann man diese armen Jugendlichen vielleicht nicht, aber mehr Polizei wäre schon ein Anfang. Wir haben Angst“, erklärt eine geschockte Anrainerin beim Lokalaugenschein in der Kinder- und Jugendpsychiatrie von Wien-Penzing.

Wie berichtet, lebte die erst 14-jährige Mordverdächtige seit November in dieser Einrichtung. Nach Monaten voll psychischer Probleme und intensiver Behandlungen zog sie am Montag aber plötzlich los und stach brutalst auf die Pensionistin Andrea S. am Baumgartner Friedhof ein.

Andrea G. wurde am Baumgartner Friedhof attackiert und mit Messerstichen „hingerichtet“. Die ...
Andrea G. wurde am Baumgartner Friedhof attackiert und mit Messerstichen „hingerichtet“. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.(Bild: Zwefo)

Magistrat erklärt sich, Antrag auf U-Haft gestellt
„Wir können nicht in Kinder und Jugendliche hineinschauen“, beteuert Ingrid Pöschmann von der zuständigen MA 11. An diesem Tag sei die 14-Jährige nicht auffällig gewesen. „Es war für das Personal nicht vorhersehbar.“

Nach ihrer Einvernahme wird Jenny (Name von der Redaktion geändert) jetzt entweder in U-Haft genommen oder direkt in ein forensisch-therapeutisches Justizzentrum überstellt. Der Antrag auf U-Haft sei jedenfalls gestellt, erklärt Staatsanwältin Nina Bussek.

Idyllisch nach außen und frei zugänglich ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Penzing.
Idyllisch nach außen und frei zugänglich ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Penzing.(Bild: J.Poyer)
(Bild: J.Poyer)

Fest steht aber bereits, dass man der Einrichtung selbst wohl rechtlich keinen Vorwurf machen wird. Alle gesetzlichen Bestimmungen sollen penibel eingehalten worden sein.

„Diese Tat kann man nicht entschuldigen“
Die Klinische Psychologin Valerie Reich-Rohrwig dazu auf „Krone“-Anfrage: „Wenn psychische Erkrankungen vorliegen und elterliche Betreuung nicht ausreicht, sind therapeutische WGs notwendig. Trotz aller Unterstützung kann es zur Eskalation kommen.“

Zitat Icon

Diese Tat kann man nicht entschuldigen. Ich gehe von einer schwierigen und impulsiven Persönlichkeitsstruktur aus.

Valerie Reich-Rohrwig

Strenge Kontrollen der Exekutive könnten aber trotzdem nicht schaden, meint man indes im Grätzel. Der Fokus der Ermittlungen liegt derzeit aber noch immer auf den Hintergründen zur Bluttat und (noch) nicht auf dem Umfeld …

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