Erstes Siegerinterview

Cosmó: „Haben gezeigt, was Österreich draufhat“

Musik
21.02.2026 16:45

Der Nachfolger von JJ steht fest – der Burgenländer Benjamin Gedeon aka Cosmó wird Österreich am 16. Mai beim 70. Song Contest in der Wiener Stadthalle vertreten. Er gewann Freitagabend gegen elf Konkurrenten bei der ORF-Show „Vienna Calling“. Der „Krone“ erzählt er von seinen ersten Emotionen und den weiteren Zielen.

kmm

„Krone“: Cosmó, Gratulation – du hast dich am Freitagabend bei der ORF-Show „Vienna Calling“ gegen elf andere Kandidaten durchgesetzt und wirst Österreich am 16. Mai beim 70. Song Contest in der Wiener Stadthalle vertreten. Wie lange hat die Partynacht gedauert?
Cosmó:
 Die war relativ kurz. Ich bin ziemlich schnell nach Hause ins Bett gegangen, aber das Einschlafen ging so lala. (lacht) Ein bisschen Schlaf ging sich dann aber doch aus.

Es gab gar keine Party nach dem Triumph?
Die machen wir dann später. Ich bereite mich lieber auf die nächsten Schritte vor.

Wie fühlst du dich denn heute, mit einem ersten Abstand zum Ergebnis? Konntest du den Sieg schon ein bisschen verarbeiten?
Ein Bruchteil davon ist bei mir angekommen, aber so ganz habe ich das noch nicht verarbeitet. Wenn ich das Handy aufmache, dann poppen die ganze Zeit Meldungen wie „Cosmó vertritt Österreich beim Song Contest“ auf. Das gibt mir ein paar Realitätsschläge, die mich dann wieder aufwecken.

Kurze Freude, aber der Fokus ist schon auf die nähere Zukunft gerichtet: „Vienna Calling“-Sieger ...
Kurze Freude, aber der Fokus ist schon auf die nähere Zukunft gerichtet: „Vienna Calling“-Sieger Cosmó arbeitet akribisch auf den Song Contest hin.(Bild: Hans Leitner)

Erster bei der Publikumswertung, zweiter bei der Jurywertung - das ist eine fast perfekte Bilanz, die dich zum Sieg führte. Hat dich dieses Ergebnis überrascht?
Ich bin sogar mega-überrascht. Als wir gestern im Saal auf der Couch gesessen sind und die Jurywertung verlesen wurde, waren wir schon baff. Wow, mehr als drei Punkte! Was? Sogar mehr als vier Punkte? Und so ging es weiter. Und dann erfährt man spätnachts auch noch, dass man beim Publikum gewonnen hat. Ich kann gar nicht in Worte fassen, welche Ehre das für mich ist.

Was waren die ersten Gedanken, die dir Freitagabend nach dem Sieg durch den Kopf gegangen sind?
Ich wusste, dass die Kamera genau auf mich draufhält und dachte mir nur: „Mach jetzt ja kein blödes Gesicht!“ (lacht) Als ich damals bei „The Voice Kids“ ins Finale kam, habe ich die Hand über den Mund gegeben und genau das wollte ich vermeiden. Ich wollte dieses Mal meine Emotionen zeigen, wie ich sie hatte: Erstaunen, Überraschung und Freude.

Der Burgenländer Benjamin Gedeon aka Cosmó bei der Finalperformance von „Tanzschein“ bei der ...
Der Burgenländer Benjamin Gedeon aka Cosmó bei der Finalperformance von „Tanzschein“ bei der Show „Vienna Calling“(Bild: Hans Leitner)

Aus mehr als 520 Bewerbern am Ende als Sieger hervorzugehen, das ist schon eine Marke.
Es ist so krass, dass alles so schnell passiert ist. Natürlich waren es mehrere Monate, aber die vergingen so schnell. Allein schon unter den zwölf Acts im Finale zu stehen, war absoluter Wahnsinn.

Man konnte über Wochen hinweg verfolgen, wie ihr Kandidaten euch auf den Social-Media-Kanälen gegenseitig unterstützt und immer gepusht habt. Es gab eine unheimlich wertschätzende, liebevolle Atmosphäre zwischen euch – trotz des Konkurrenzdenkens.
Man hat einfach gespürt, was für eine liebe, kreative, professionelle, erfahrene und wunderbare Gruppe an Musikerinnen und Musikern aus Österreich da zugegen war. Wir alle haben uns richtig darauf gefreut, an einem Abend zu zeigen, was Österreich in der Musik alles draufhat. Das hat uns verbunden.

In verschiedenen Polls im Internet wurde national und international immer über die Favoriten spekuliert. Sehr oft wurden Bamlak Werner, Frevd und Kalya Krystin genannt – du eher weniger. Hast du das nebenbei verfolgt?
Ich habe mich so sehr auf die Proben und den Auftritt konzentriert, dass ich das alles tatsächlich nicht mitbekommen habe.

Umarmung für Bamlak Werner nach dem Finale von „Vienna Calling“
Umarmung für Bamlak Werner nach dem Finale von „Vienna Calling“(Bild: Thomas Ramstorfer)

Wie hoch war der Nervositätslevel vor und während des Auftritts bei „Vienna Calling“?
Vor dem Auftritt hielt sich die Nervosität in Grenzen. Ich wusste, dass ich der zwölfte und letzte Starter sein werde und noch viel Zeit habe, um mir vorher alle anderen anzuschauen. Kurz vor meinem Auftritt habe ich mich warmgemacht, einen Espresso getrunken und dann schoss das Adrenalin ein. Ich sage so: Vor Auftritten bin ich eher hyped als nervös.

Die lange Wartezeit hat dir nichts ausgemacht? Wer als Letzter startet, muss am längsten warten.
Ich konnte mir elf richtig coole Konzerte anschauen – das war ein sehr guter Zeitvertreib.

Am Ende haben du, Bamlak Werner und Lena Schaur als Trio darauf gewartet, wer gewinnen wird. Manifestiert man in dem Moment den Sieg oder harrt man dem Ergebnis eher angstvoll entgegen?
Ich habe mir vorgestellt, wie Alice Tumler und Cesár Sampson das Mikro nehmen und meinen Namen reinschreien. Ich habe die Augen zugemacht und mir einfach gedacht: „Bitte, sagt’s es jetzt einfach.“ Wenn wir schon so weit gekommen sind und auf der Ziellinie stehen – wie krass wäre es, das wirklich zu gewinnen? Als es dann wirklich passiert ist, war das absolut surreal. Es wird noch sehr lange dauern, bis dieser Sieg voll bei mir angekommen ist.

Mit der ruhigen Zeit ist es jetzt bei dir vorbei. Ab sofort wird es drei Monate lang rund gehen und du wirst extrem eingespannt sein. Hast du schon eine ungefähre Vorstellung davon, was auf dich zukommt?
Ich habe mir vorgenommen, ganz viel zu meditieren, wie ich es auch bis jetzt immer gemacht habe. Die Vorbereitungen zum Vorentscheid waren auch nicht ohne und ein wichtiger Bezugsposten ist meine Mama – sie sorgt sich quasi um mein geistiges Wohlbefinden. Sie gibt mir auch immer Orangenschalen mit in die Tasche, mit allem drum und dran. Viel meditieren und durchatmen, dann wird das alles gutgehen.

Apropos Familie – wer war am Freitag alles bei „Vienna Calling“ mit dabei und wie habt ihr den Sieg unmittelbar gefeiert?
Meine Eltern, mein Bruder und einige Freunde waren da. Von meinem Manager und Gitarristen Sandro waren auch die Eltern mit. Es ist ein gemeinschaftliches Happy End und wir müssen uns alle erst einmal ein Bild machen von dem, was passiert ist und was da jetzt alles auf uns zukommt. Dann werden wir erst realisieren, wie krass das alles ist und welch riesige Ehre es ist, das machen zu dürfen.

„Krone“-Redakteur Robert Fröwein traf Cosmó und seinen Gitarristen Sandro Hummer schon im Jänner ...
„Krone“-Redakteur Robert Fröwein traf Cosmó und seinen Gitarristen Sandro Hummer schon im Jänner in seinem Wiener Studio.(Bild: Imre Antal)

Du hast eingangs schon erwähnt, dass du bereits jetzt sehr fokussiert in die Zukunft blickst. Was tut sich da am Horizont alles auf?
Das ist eine gute Frage. Nach dem Sieg habe ich noch schnell ein Cola getrunken, mich schlafen gelegt und ein bisschen gefrühstückt, bevor es mit den Interviews losging. Ich habe leider noch keine Antwort auf die Frage, aber wir werden alles geben, um mit diesem wunderbaren Team etwas richtig Cooles auf die Beine zu stellen.

Wenn man „Vienna Calling“ gewinnt und Österreich beim Song Contest vertritt, will man da jetzt noch viel mehr?
Wir werden die Show auf jeden Fall an die Bühne der Wiener Stadthalle anpassen. Und ich kann versprechen, dass sehr viel getanzt wird.

Die Siegesnummer „Tanzschein“ hast du für deine Mama geschrieben. Welche Geschichte steckt dahinter?
Meine Mama ist nicht so die Partygängerin, aber als ich angefangen habe, mit meiner Band Konzerte zu spielen, fand sie das sehr cool. Sie kam mit dem Papa vorbei und hat natürlich mitgetanzt. Für mich war das ein schöner Moment, auf der Bühne zu spielen und meine Eltern so glücklich in der ersten Reihe zu sehen. Letztes Jahr gab es weniger Konzerte und die hat meine Mama richtig vermisst. Sie wollte unbedingt wieder tanzen, also haben wir oft in der Küche getanzt, weil das die beste Medizin ist, um abzuschalten und alles zu vergessen. Wenn ich der Mama mit dem Lied eine Freude machen kann, dann habe ich schon gewonnen.

Neben der Mama werden bald 160 Millionen Menschen vor den TV-Bildschirmen aus aller Welt zum „Tanzschein“ tanzen. Musik war für dich schon immer ein wichtiger Lebensinhalt. Ist der Sieg bei „Vienna Calling“ jetzt der nächste große Schritt oder der Beginn von etwas ganz Neuem?
Das ist jetzt etwas weit in die Zukunft geblickt, aber ich hoffe natürlich, dass es nach der Party eine Afterparty gibt und wir uns noch lange von diesem süßen Saft ernähren können. Mal schauen, was da noch so alles kommt, aber es ist schon eine richtig coole Sache, was wir bis jetzt alles auf die Beine gestellt haben.

Was bedeutet dieser Erfolg für die nächsten drei Monate deines Studiums der Zahnmedizin? Das könnte alles in allem ein bisschen stressig werden ...
Ich habe am Donnerstag tatsächlich die Semesterprüfung für das erste Semester geschrieben und warte auf das Ergebnis, das in drei Wochen kommt. Es wäre natürlich super, wenn es positiv ist. (lacht) Natürlich werde ich das Studium jetzt erst einmal pausieren und mich voll auf den Song Contest fokussieren.

So richtig zum Verarbeiten des Erfolgs kommst du wahrscheinlich erst heute, Sonntag. Wie wird dieser Tag bei dir ausschauen?
Jetzt werde ich erst einmal ins Burgenland heimfahren, um mich auszuruhen und über alles nachzudenken. Heute werde ich vielleicht schon die ersten Ideen für die Song-Contest-Performance aufschreiben.

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