In der aktuellen Ausgabe von „Message, Macht, Medien“ spricht Kinderbuchautor, TV-Produzent und „Geschichtenerzähler der Freude“ Thomas Brezina offen über sein Leben, Social Media, Vorbildwirkung. Der Kultautor, dessen steile Karriere beim ORF begann, hat eine klare Botschaft: Kinder brauchen Halt.
Im Gespräch blickt Brezina auf seinen Einstieg ins Kinderfernsehen zurück, beschreibt sich als „Geschichtenerzähler der Freude“, der Kinder stärken will. Mit Folgen: Begegnungen mit – nun erwachsenen – Lesern, berühren ihn besonders. Denn er prägte viele. Und erzählt: „Manche studierten ein naturwissenschaftliches Fach, weil sie von ,Forscher Express‘ so fasziniert waren.“ Aber nicht nur im bescheidenen Österreich: „Dieses Danke für eine schöne Kindheit habe ich in vielen Ländern bekommen“. Seine Bücher werden auch in China und Südamerika gelesen: „Das berührt mich zutiefst.“
Brezina betont die Verantwortung öffentlicher Personen, insbesondere gegenüber der Jugend. Er achte bewusst darauf, welches Bild er vermittelt: „Ich lasse mich zum Beispiel nicht mit Alkohol in der Hand fotografieren.“ Ist Kindheit heute anders? „Sie war einfacher, weil es vieles nicht gegeben hat.“ Smartphones und ein dicht getakteter Alltag würden das Aufwachsen heutzutage komplexer machen. Auch (gut gemeinte) Förderprogramme neben der Schule und „Helikoptereltern, die ständig herumschweben und ihre Kinder von allem fernhalten wollen“. Und in puncto Social-Media-Verbot? „Wenn du etwas verbietest, machst du es immer interessanter.“ Dialog über Content und Grenzen bei der Dauer des täglichen Konsums seien „mindestens genauso wichtig wie ein Verbot“.
Trotz ORF-Aus ist Brezina von der Wichtigkeit des klassischen Fernsehens überzeugt. Nur im linearen TV könnten sich Eltern darauf verlassen, dass ein „verantwortungsvolles, gutes Programm“ für Kinder läuft. Diese Garantie gäbe es beim Streamen nicht. Vorbildliches öffentlich-rechtliches Fernsehen schafft, so der Kinder-TV-Experte, die britische BBC: eigene Kindersender und kurze Clips auf YouTube bieten ein riesiges Archiv zum Selbstschauen, portioniert und online abrufbar: „Ich glaube, das ist die Gegenwart und auch die Zukunft.“
Hass im Netz, Fake News & Co. richtig begegnen? Für Brezina eine klare Bildungsaufgabe. Und zwar in der Schule. Dort müsse man ganz besonders den Umgang mit all diesen Sachen „zeigen, unterrichten, lehren und trainieren“. Damit Kinder im Ernstfall „zu reden beginnen, sich jemandem anvertrauen“.
Die Welt verändert sich rasant – und gerade deshalb würden Kinder Orientierung, Mut und Menschen brauchen, die ihnen zeigen, wie man mit all dem umgeht, was längst da ist und sich nicht „wegzaubern“ lässt.
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