Ein Machtwort von Tech-Milliardär Elon Musk stellt die Russen im Krieg mit der Ukraine vor heftige Herausforderungen. Die Russen wollen sich das nicht gefallen lassen, doch in ihrer Verzweiflung begehen sie einen schweren Fehler: Sie verkaufen militärisch sensible Daten an ukrainische Hacker.
Das Weltraumunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk spielt eine zentrale Rolle bei der Kommunikation im Ukraine-Krieg. Sowohl die Ukraine als auch Russland nutzen das Satelliteninternet Starlink von SpaceX, um Drohnen zu steuern und miteinander zu kommunizieren. Doch seit Anfang Februar stehen die Russen vor einem Problem: Starlink funktioniert nicht mehr – zumindest für sie. Denn seit einigen Tagen haben nur noch registrierte Empfänger Zugang zu Starlink und russische Einheiten dürfen sich nicht offiziell registrieren.
„Eine Katastrophe“ für die Russen
„Für die Russen ist es nicht einfach ein Problem, es ist eine Katastrophe“, lautet die Einschätzung von Serhij Beskrestnow, Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Laut ihm hätten die Russen Angriffe an vielen Frontabschnitten stoppen müssen, wie die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.
Auch Militärexperte Jurij Fjodorow sagt, das Starlink-Aus sei ein schwerer Schlag für das russische Militär. „Es gibt einige ziemlich panische Berichte von russischen Militärkorrespondenten, die behaupten, es herrsche völlige Desorganisation“, meint er zum Sender zdfheute. Laut der „Kyiv Post“ ging die Zahl der russischen Angriffe seitdem tatsächlich um bis zu 30 Prozent pro Tag zurück.
Strohmänner tappten in Falle
In Russland wollte man deshalb das Ende von Starlink nicht einfach so hinnehmen und suchte nach Auswegen. Weil die russischen Einheiten Starlink nicht offiziell nutzen dürfen, sind sie darauf angewiesen, dass jemand anderes das Starlink-Internet für sie aktiviert und ihnen den Zugang dann verkauft.
Ukrainische Cyber-Spezialisten wissen das und stellten den Strohmännern der Russen eine Falle. Sie erstellten ein Netzwerk aus gefälschten Telegram-Kanälen, in denen solche Starlink-Aktivierungen gegen Bezahlung angeboten wurden, wie „Kyiv Post“ berichtet. Der Plan ging auf: Die russischen Nutzer kauften tatsächlich die Zugänge und gaben sie an das russische Militär weiter. Insgesamt verdienten die ukrainischen Hacker so 5870 US-Dollar in einer Krypto-Währung.
Hacker lokalisierten Russen
Die Ukrainer fanden nicht nur heraus, wer die Strohmänner der Russen waren, sondern kamen aus militärischer Sicht an viel wichtigere Informationen. Innerhalb nur einer Woche sammelten die ukrainischen Hacker mehr als 2400 Datenpakete, die die genauen Standorte der Starlink-Terminals – und damit der russischen Einheiten – verrieten. Diese Informationen nutzten die ukrainischen Streitkräfte sofort und bekämpften die russischen Stellungen, die in Reichweite waren.
Die Cyber-Spezialisten der ukrainischen Gruppen „256 Cyber Assault Division“, „InformNapalm“ und „MILITANT“ schafften es auch, die Terminals der Russen gleich wieder unbrauchbar zu machen – erneut ein herber Schlag für die russischen Einheiten.
Nicht kriegsentscheidend
Allerdings heißt das alles nicht, dass Russland den Krieg nicht weiterführen kann. Die Kommunikation zwischen den russsischen Einheiten ist zwar erschwert, die Verluste werden damit steigen. Dank des personellen Übergewichts hofft Moskau trotzdem, seinen langsamen, aber stetigen Vormarsch fortsetzen zu können. Für den Drohnenkampf an der Front setzt Russland allerdings bereits jetzt auf Glasfasertechnik. Die Drohnen hängen an einer Spule mit bis zu 50 Kilometer Glasfaserkabel und können so unabhängig von Funkstörungen ins Ziel gelenkt werden.
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