Bei den Verhandlungen um ein Ende des Ukraine-Krieges scheinen besonders die Verhandler von US-Präsident Donald Trump Druck zu machen. Sie drängen auf einen Deal bis Juni. Danach würde sich der Fokus Trumps auf die Midterm-Wahlen legen.
Die Delegation von Donald Trump habe ein neues Ultimatum zur Beendigung des Krieges gestellt, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitagabend mitteilte. Die USA würden auf Kriegsende bis Juni drängen.
Straffer Zeitplan
Davor soll allerdings noch einiges passieren: Insidern zufolge sei das Ziel, einen ersten Deal im März zu erzielen, gefolgt von einem Referendum und Wahlen im Mai, wie Reuters berichtet. Am Ende soll bis Juni Frieden einkehren. Das US-Verhandlungsteam um Steve Witkoff und Jared Kushner drängt dabei zu einem frühestmöglichen Abschluss. Der Grund für den Druck sei die Sorge, Trump könne sich bald stärker auf innenpolitische Themen konzentrieren. Schließlich stehen im November die Zwischenwahlen an.
„Zeitplan kann sich nicht ausgehen“
Der diskutierte Zeitplan gilt unter Insidern als unrealistisch. Einerseits seien Wahlen unter dem geltenden Kriegsrecht nicht erlaubt, geschweige denn in so kurzer Zeit zu organisieren. Hinzu kommen einige Streitpunkte, über die es noch immer keine Einigungen gibt. So forderte etwa Russland die Kontrolle über den Donbas, Kiew lehnte dies jedoch ab. Auch die Zukunft des Atomkraftwerks Saporischja ist unklar, wie „NTV“ schreibt.
Trump macht unklare Aussagen
Der US-Präsident deutete derweil vage eine mögliche Entwicklung an. Es gebe „sehr, sehr gute Gespräche“, sagt Trump vor Journalisten. „Etwas könnte passieren“, fügte er hinzu, ohne genauer auszuführen, was er damit meint. Trump hatte versprochen, den Krieg zu beenden, was ihm bislang jedoch nicht gelungen ist.
Fortschritte, aber Territorialfragen immer noch ungeklärt
Nach den Gesprächen in Abu Dhabi am Mittwoch und Donnerstag hatten alle Beteiligten von Fortschritten gesprochen. Die strittigen Territorialfragen – die Zukunft der von Russland besetzten bzw. annektierten ukrainischen Gebiete – zwischen Kiew und Moskau konnten jedoch weiterhin nicht geklärt werden.
Gespräche bisher nur eine Farce
Während über ein Ende des Krieges verhandelt wird, setzt Moskau seine Angriffe auf die Ukraine jedoch unbeirrt fort. Erst am Freitag attackierte Russland die Ukraine mit mehr als 400 Drohnen und 40 Raketen, wie Selenskyj auf X schreibt. Hauptziele waren dabei das Energienetz sowie mehrere Kraftwerke. Der Angriff führte zu massiven Schäden, weite Teile der Ukraine sind immer noch ohne Strom und das bei eisiger Kälte. „Russland könnte sich jeden Tag für echte Diplomatie entscheiden, aber es entscheidet sich für neue Angriffe“, schreibt der ukrainische Präsident.
Verhandlungen in Miami
Nach Abschluss der Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi haben die USA nun auch zu einer neuen Gesprächsrunde in die USA eingeladen, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Washington hätte „erstmals vorgeschlagen“, dass sich sowohl die ukrainische als auch die russische Delegation in den Vereinigten Staaten treffen, teilte Selenskyj am Samstag in einer Erklärung mit. Das Treffen solle voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami stattfinden.
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